NEWS: Aufstand der Top-Manager gegen Jusitzministerin

Österreichs Wirtschaftskapitäne machen in Protest-Brief gegen geplante massive Einschränkung der Aufsichtsratsmandate mobil

Wien (OTS) - Die Pläne der freiheitlichen Justizministerin Karin Miklautsch, Aufsichtsräte und Vorstände künftig mit einem geänderten Gesellschaftsrecht an die Kandare nehmen zu wollen, stoßen bei Spitzenrepräsentanten der heimischen Wirtschaft auf massiven Widerstand.

In einem von Vertretern von Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer, Aktienforum, Wiener Börse, Junge Industrie und zahlreichen Vorständen und Aufsichtsrats-Präsidenten börsenotierter Unternehmen unterzeichneten - und dem Nachrichtenmagazin NEWS exklusiv vorliegenden Protestschreiben an Miklautsch - läuft Österreichs Manager-Elite nun gegen die geplanten Reformen Sturm. Ihre Kritik: Sollte das Gesetz Realität werden, droht dem heimischen Kapitalmarkt eine massive Gefährdung. Darüberhinaus werden Verschlechterungen für den Wirtschaftsstandort Österreich und die Abwanderung von erfolgreichen börsenotierten Unternehmen befürchtet. Großindustrieller Hannes Androsch zu NEWS: "Dieses Gesetz brauchen wir so notwendig wie eine doppelte Lungenentzündung."

Konkret sollen die geplanten Änderungen des Gesellschaftsrechts drastische Einschränkungen für Aufsichtsräte und eine wesentliche Ausweitung der Haftungsbestimmungen bringen. So etwa sind künftig nur noch maximal zehn Funktionen pro Person zulässig. Allerdings zählen Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen doppelt und Aufsichtsratsvorsitze gar dreifach. Im Extremfall könnte damit ein Topmanager in Zukunft nur noch auf vier Aufsichtsratsmandate beschränkt sein. "Damit würden nachweislich qualifizierte Persönlichkeiten der österreichischen Wirtschaft aus den Aufsichtsräten verdrängt werden", warnt der Präsident der Industriellenvereinigung, Veit Sorger. Seinen Unmut zeigt auch Androsch: "Damit könnte ich nicht einmal mehr in allen meinen Unternehmen als Aufsichtsrat sitzen."

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