Leitl reist mit bisher größter Wirtschaftsdelegation nach Indien

unglaubliches Potenzial für österreichische Unternehmen: Exporte sollen innerhalb von 3 Jahren verdoppelt werden - Staatsbesuch von Bundespräsident Fischer von 16.-21.02.

Wien (PWK111) - Auf Grund seines Marktvolumens - Indien zählt mit einem BIP von 547 Milliarden US-Dollar zu den größten Volkswirtschaften der Welt (kaufkraftbereinigt an 4. Stelle) - und einer überdurchschnittlichen Wirtschaftsentwicklung ist Indien derzeit einer der weltweit interessantesten Märkte. "Und zwar sowohl als Fertigungs- und IT- Dienstleistungsstandort als auch ein bei weitem nicht gesättigter Absatzmarkt. Außerdem hat sich eine laufend wachsende Mittelschicht von geschätzten 200 Millionen Konsumenten unter der Milliarde Inder entwickelt", sagt WKÖ-Präsident Christoph Leitl, anlässlich der gemeinsamen Reise mit Bundespräsident Heinz Fischer nach New Delhi, Hyderabad, Bangalore und Mumbai.

Leitl: "Die indische Wirtschaft befindet sich auf einem kontinuierlichen Wachstumspfad und dieses Potenzial wollen wir österreichischen Unternehmern zugänglich machen. Aus diesem Grund nehmen auch 100 Firmenvertreter an dieser Reise teil. Das ist die größte Wirtschaftsmission, die je nach Indien gekommen ist." Dies sei ein deutlicher Ausdruck des Stellenwertes, den die österreichische Wirtschaft Indien in letzter Zeit zumisst. "Ich freue mich, dass Bundespräsident Fischer die Tradition seines Amtsvorgängers Klestil fortsetzt und sich neben seinen politischen Kontakten für die Anliegen der österreichischen Unternehmen einsetzt. Ich erwarte mir, dass sich durch diese Reise neue langfristige Wirtschaftsbeziehungen ergeben und dass die bestehenden Geschäftskontakte ausgebaut werden", so Leitl weiter.

Die Reise diene aber nicht nur der Bewusstseinschaffung für den indischen Markt unter den österreichischen Unternehmen, sondern auch umgekehrt, um das Potenzial Österreich für indische Firmen darzustellen. Leitl: "Abgestimmt auf das österreichische Technologieangebot sowie die indischen Bedürfnisse, sehe ich ausgezeichnete Chancen für eine verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Eisenbahnwesen, Umwelttechnik, Mess- und Regeltechnik, Medizintechnik sowie Telekommunikation und dem gesamten IT sowie IT-Servicebereich." Die an der Wirtschaftsmission teilnehmenden Unternehmen kommen auch vorwiegend aus den Branchen Umwelttechnik, Maschinen- und Kraftwerksbau, Automobilzulieferung sowie dem High-Tech-Dienstleistungsbereich. Besonders für österreichische Firmen auf dem Sektor Wasserkraftwerke ist der Zeitpunkt der Reise goldrichtig: die österreichische Verbundplan wird in Hyderabad einen Auftrag zur Ausarbeitung der Spezifikationen eines 350 Megawatt-Laufkraftwerkes konkretisieren, bei dem VA Tech Hydro als Lieferant vorgesehen ist. Ebenfalls in Hyderabad soll die österreichische Firma Energea ein Joint Venture Abkommen zur Errichtung der größten Biodieselanlage Indiens (100.000 Jahrestonnen) unterschreiben. "Österreichische Technologie genießt in Indien einen sehr guten Ruf und dem Technologietransfer kommt eine große Bedeutung zu", weist Leitl hin. Seit 1991 wurden über 50 österreichisch-indische Joint Ventures sowie rund 100 Lizenzabkommen unterzeichnet.

Indien selbst zählt zu den schnellst wachsenden Telekom-Märkten der Welt mit derzeit 47,4 Millionen Handy-Besitzern. Die gesamte IT-Branche (Software, Hardware, IT-Services, Business Process Outsourcing) erwirtschaftete 2003/04 einen Umsatz von 15,9 Milliarden US-Dollar bei einem Exportanteil von 80 %. Der Dienstleistungssektor expandierte im Vorjahr um 8,4 % (BIP-Anteil: 50,8 %; Tendenz steigend). Der industrielle Sektor hält einen BIP-Anteil von 27,0 % und legte im Wirtschaftsjahr 2003/04 um 6,7 % zu, wobei sich die Automobilindustrie mit +32,2 % (Jahresproduktion über eine Million Pkw) überdurchschnittlich entwickelte. Die Firma AVL hat ihrer schon seit Jahren bestehenden Produktionsanlage nahe Delhi vor zwei Jahren ein großes Forschungszentrum angeschlossen, die Firma Bombardier-Rotax im Vorjahr einen Vertrag über die Zulieferung von Motoren an einen der weltgrößten Motorraderzeuger abgeschlossen.

Die Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ hat dieses Potential schon lang erkannt und bietet österreichischen Unternehmen, die den Schritt nach Indien wagen wollen, ein umfangreiches Service. So werden heuer verschiedene Länderseminare zu Indien abgehalten und Österreichstände auf internationalen Fachmessen in Indien organisiert. Außerdem wird im Rahmen des Staatsbesuches auch ein AWO-Marketingbüro der Außenhandelsstelle New Delhi in Hyderabad (Bundesstaat Andhra Pradesh) eröffnet. Im Rahmen der Internationalisierungsoffensive ist Indien ein Schwerpunktland auf den Sektoren Informationstechnologie und Telekommunikation.

Leitl weist auch auf die generell wachsende Bedeutung Indiens in Asien hin: "Drängten bisher investitionsfreudige Unternehmen und potenzielle Exporteure vor allem nach China, so entwickelt sich Indien mittlerweile zu einem ernsthaften Konkurrenten. Indien startete etwas später, dafür umso rasanter." Das Wirtschaftswachstum legte in den letzten Jahren von rund 4 % auf mittlerweile 8 % zu. Eine Entwicklung, die sich auch in den österreichischen Außenhandelszahlen widerspiegelt. Alleine in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres steigerten sich die österreichischen Ausfuhren nach Indien gegenüber der Vorjahresperiode um 41,3 % auf über 240 Millionen Euro. Im Vergleich dazu betrug das Exportplus nach China 28 %. Ähnlich die Entwicklung bei den Importen aus Indien (+30 %) und China (+23,2 %). "Die Steigerungen sind hervorragend, jedoch müssen wir auch die Volumina erhöhen, wenn man bedenkt dass wir bislang nach Liechtenstein mehr exportieren, als in das große Indien", spornt Leitl die Exportfirmen an, die vielfältigen Geschäftsmöglichkeiten auch in dem weiter entfernten indischen Markt wahrzunehmen. Als Ziel visiert der WKÖ-Präsident an, die österreichischen Exporte nach Indien in den nächsten drei Jahren auf eine halbe Milliarde Euro zu verdoppeln. (BS)

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