ÖAMTC begrüßt: Neue EU-Verordnung für Fluggast-Entschädigungen bringt noch mehr Rechte für Konsumenten

Ab 17. Februar können auch Charterkunden Entschädigungen fordern

Wien (ÖAMTC-Presse) - Gebucht und trotzdem kein Platz mehr frei? Bisher regelte die "Linienflug-Verordnung" Ansprüche verärgerter Flugpassagiere. Die Regelung sah allerdings nur bei Überbuchung im Linienflugverkehr eine Entschädigung vor. Nun dürfen sich auch Charterkunden über finanziellen Ausgleich freuen. "Die neue EU-Verordnung dehnt die Fluggastrechte auf Flüge aller Art aus, erhöht die Entschädigungszahlungen und regelt auch Flugannullierungen und erhebliche Verspätungen", informiert ÖAMTC-Juristin Gabriele Pfeiffer.

Die EU-Verordnung "über Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen für Fluggäste im Fall der Nichtbeförderung und bei Annullierung oder großer Verspätung von Flügen" sieht im Wesentlichen Folgendes vor:

Wird dem Passagier die Beförderung wegen Überbuchung verweigert oder eine Flugabsage nicht rechtzeitig bekannt gegeben, müssen Ausgleichszahlungen erbracht werden. "Diese Entschädigungen wurden im Gegensatz zur früheren Verordnung kräftig erhöht. Je nach Fluglänge stehen dem Kunden zwischen 250 Euro und 600 Euro zu", sagt die ÖAMTC-Juristin. Bei der Annullierung eines Fluges entfallen die Ausgleichszahlungen dann, wenn die Airline beweisen kann, dass außergewöhnliche Umstände wie Wetterverhältnisse daran Schuld waren. "Reisegutscheine als Ausgleichszahlungen sind übrigens nur mit schriftlichem Einverständnis des Fluggastes erlaubt", weiß die ÖAMTC-Juristin. Zusätzlich sind in den genannten Fällen, sowie bei großen Verspätungen, weitere Ansprüche wie Ticketrückzahlung oder Weiter- bzw. Rückbeförderung und der Ersatz diverser Unkosten (Mahlzeiten, Getränke, Telefonate, Hotelunterbringung) vorgesehen.

Neu ist auch die Informationspflicht seitens der Airline: Jeder betroffene Fluggast muss einen schriftlichen Hinweis über seine Rechte bekommen. Außerdem regelt die Verordnung, dass Personen mit eingeschränkter Mobilität sowie Kindern ohne Begleitung Vorrang einzuräumen ist.

Sorge vor ungerechtfertigten Forderungen

Einige Luftfahrtverbände, vor allem die Billigfluganbieter, haben beim Europäischen Gerichtshof Klage einbringen lassen. Sie fürchten, dass sie auch für unverschuldete Verspätungen, z.B. wegen schlechter Witterung oder Terroranschlägen, haften müssen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Das hat jedenfalls auf das Inkrafttreten der vorliegenden Verordnung mit 17. Februar keine Auswirkung.

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ÖAMTC-Pressestelle/Claudia Kesche

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