"Neues Volksblatt" Kommentar: "Reform" (Von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 12. Februar 2005

Linz (OTS) - =

Am kommenden Montag trifft sich also alles, was in
Österreich auf dem Schul- und Bildungssektor Rang und Namen hat, zum großen "Reformdialog" in der Wiener Hofburg. Das ist gut so.
Rund 70 Fachleute werden zusammensitzen, beraten und diskutieren. Aber eigentlich sollten die Teilnehmer die Veranstaltung "sportlich" verstehen - genauer gesagt als "Sprungbewerb". Gilt es doch, gerade in den sensiblen Bereichen der Schulpolitik über den sprichwörtlichen "eigenen Schatten" zu "springen". Sich ideologisch zu bewegen, festgefahrene Positionen aufzugeben.
Vor allem aber sollten sich alle Teilnehmer des Reformdialogs darin einig sein, dass Schul- und Bildungsthemen absolut kein taugliches Mittel für vordergründige gesellschafts- oder gar parteipolitische Zwecke sind. Schule und Bildung als Vehikel zur Durchsetzung von Gruppeninteressen zu verstehen, ist nichts anderes als "ideo-logischer Kindesmissbrauch". Würde diese Sicht der Dinge Allgemeingut der öffentlichen Diskussion, dann wäre, unabhängig von allen zu diskutierenden Sachfragen, ein erster Schritt in Richtung "Reform" getan.

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