ÖGB-Frauen fordern Maßnahmen zum Schließen der Lohnschere

Csörgits widerspricht Haubner und kündigt Einkommenskampagne an

Wien (ÖGB) - Die ÖGB-Frauen widersprechen der Behauptung der FPÖ-Frauen über eine angebliche Verringerung der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern. "Gerne würden wir uns mit der Sozialministerin und den FPÖ-Politikerinnen über das Zugehen der Einkommensschere freuen. Leider entspricht die Realität aber nicht den Angaben von FPÖ-Seite. Die Einkommensungleichheit zwischen den Geschlechtern hat in den letzten Jahren weiter zugenommen", stellt ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits fest. Die ÖGB-Frauen fordern von der Regierung eine Politik, die Frauen nicht länger als "Dazuverdienerinnen" sieht, sondern ihre Eigenständigkeit fördert.++++

Mit der 'Zuverdienstgrenze' beim Kindergeld und der Erhöhung des AlleinverdienerInnen-Absetzbetrages habe die Regierung bisher den Frauen signalisiert: Zuverdienst ja - Eigenständigkeit nein. Die Folge, so Csörgits, sei ein massives Ansteigen der Teilzeitarbeit unter den Frauen. "1995, bei unserem EU-Beitritt, lag die österreichische Teilzeitquote unter dem EU-Durchschnitt. Seit 2001 liegt unsere Teilzeitquote, aufgrund des massiven Anstiegs der Teilzeit unter den Frauen, über dem EU-Schnitt", erklärt Csörgits.

Mit einer Einkommenskampagne, die am 8. März, dem Internationalen Frauentag startet, wollen die ÖGB-Frauen die Regierung daran erinnern, dass es ihre "Hausaufgabe" ist für gleiche Chancen für Frauen und Männer am Arbeitsmarkt zu sorgen. "Versagt" habe die Regierung bisher insbesondere dabei, Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen. "Dringend nötig sind der Ausbau der Kinderbetreuung, eine Qualifizierungsoffensive für Wiedereinsteigerinnen und eine Reform des Kindergeldes - Frau Haubner sollte sich für Verbesserungen in diesen Bereichen einsetzen, statt die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern schönzureden", so Csörgits.

ÖGB, 11. Februar
2005
Nr. 83

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Martina Fassler-Ristic
Tel.: (++43-1) 534 44/480 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003