VP-Strobl: ÖVP Wien formuliert drei Forderungen an den Reformdialog Bildung

Wien (OTS) - "Den Reformdialog am kommenden Montag sieht die ÖVP Wien als Chance, einige wichtige bildungspolitische Anliegen, die ganz besonders für den Schulstandort Wien große Bedeutung haben, anzusprechen und einen Durchbruch zu erzielen", betont heute der Bildungssprecher der ÖVP Wien, LAbg. Prof. Walter Strobl.

Spracherwerb für Kinder bereits ein Jahr vor Schuleintritt

Er verweist in diesem Zusammenhang auf das von uns schon seit 1999 geforderte vorschulische Bildungsangebot im letzten Kindergartenjahr. "Alle derartigen Anträge wurden bisher sowohl von der SPÖ im Schulterschluss mit den Grünen nieder gestimmt. Jetzt scheint plötzlich die SPÖ auf Bundesebene erkannt zu haben, dass man das zumindest überlegen sollte. Unsere Forderung nach einer vorgezogenen Schulberatung anlässlich einer vorgezogenen Schuleinsschreibung um ein Jahr sollte als Möglichkeit für Beratung genutzt werden," so Strobl. Dabei sollen, so der VP-Bildungssprecher weiters, den Eltern Förderangebote vorgelegt werden, die bis zum tatsächlichen Schuleintritt allfällige Entwicklungsdefizite beheben können. Dazu zählt auch die fehlende Sprachkompetenz zum Beispiel bei Kindern und Jugendlichen ausländischer Herkunft.

Mehr regionale Freiheiten in der Schulentwicklung

Für Wien wäre eine Regionalisierung der pädagogischen Entwicklungsmöglichkeiten von großer Bedeutung. Bei PISA 2 hat sich gezeigt, dass vor allem die Länder, die den Regionen bis hin zu den Schulstandorten mehr Autonomie gewähren, vorne liegen. Strobl fordert daher einen generellen Paragrafen 131 im Schulorganisationsgesetz. Damit soll die Möglichkeit geschaffen werden, regionalspezifische Problemlösungen autonom zu entwickeln. "Wir wollen keine Zwangsbeglückung für alle Österreicher. Wir wollen aber auch nicht mit unseren typischen Schul-Problemen des Ballungsgebietes allein gelassen werden", betont der VP-Bildungssprecher.

Die ÖVP Wien plädiert für generell mehr Freiheiten am einzelnen Schulstandort bei gleichzeitiger Vorgabe von strengen Standards, die auch von außen überprüft werden müssen. Außerdem fordert Strobl bei wichtigen Prüfungen und Tests bzw. Schularbeiten teilweise zentrale Vorgaben. "Ein Mischsystem zwischen zentraler Angabe und schuleigenen Prüfungsfragen wäre dabei sehr sinnvoll und würde die Qualität des gesamten Schulsystems bei vielen Freiheiten trotzdem sicher stellen", so der Bildungssprecher der ÖVP Wien weiter.

Ganztägige Schulen auf freiwilliger Basis

Wien braucht weiters dringend einen Ausbau des ganztägigen Schulangebotes. In der Bundeshauptstadt haben sich drei Viertel der Eltern der insgesamt 135 Pflichtschulen, an denen es ein ganztägiges Schulangebot besteht, für die "offene Schule" entschieden, wo der Unterricht hauptsächlich am Vormittag stattfindet und den Schülern somit ein freieres Nachmittagsangebot auch außerhalb der Schule ermöglicht wird. "Uns geht es um eine Sicherstellung im Angebot und eine Freiwilligkeit bei der Wahl des ganztägigen Schulsystems", stellt Strobl klar.

Der Wiener VP-Bildungssprecher schlägt weiters vor, von der starren, die ganze Schule betreffenden Zweidrittelmehrheit bei Eltern und Lehrern abzugehen. "Es muss auch möglich sein, dass eben nur einzelne Klassen ein derartiges Angebot umsetzen", erklärt er dazu. Ausdrücklich begrüßt er die Ankündigung von Bundesministerin Gehrer, die Entscheidung über ganztägige Schulen umdrehen zu wollen. Demnach muss die Schule begründen, warum sie nicht ganztägig geführt werden soll.

Bei offenen ganztägigen Schulformen verlangt die ÖVP Wien allerdings einen fachspezifischen Ausbau der Hausaufgabenbetreuung und der Lernzeiten. Außerdem sollen schulische Förderangebote, die sonst den Vormittagsunterricht störend unterbrechen, ausschließlich auf den Nachmittag verlegt werden. Das würde bedeutend mehr Ruhe in die Schulen bringen.

Und Strobl abschließend: "Die ÖVP Wien tritt für eine Bildungspolitik ein, die Angebote sicherstellt und die den Eltern und Schülern Wahlfreiheit und Freiwilligkeit garantiert. Hier unterscheiden wir uns gesellschaftspolitisch ganz deutlich von allen anderen Linksparteien, wie der SPÖ und den Grünen. Vor allem die in Wien allein regierende SPÖ weiß ideologisch immer, was Menschen glücklich macht. Wir von der ÖVP Wien wollen hingegen, dass die Menschen selbst entscheiden können, was sie glücklich macht. Dazu aber ist es notwendig, dass es eine Auswahlmöglichkeit gibt." Strobl hofft, dass die drei genannten Schwerpunkte am Montag beim Reformdialog zur Sprache kommen und eine wichtige Vorentscheidung dafür fallen könnte.

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