• 11.02.2005, 13:36:24
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  • OTS0168 OTW0168

VERBUND-Austrian Power Grid AG fordert rasche Genehmigung der 380 kV-Steiermarkleitung

Kritisches Versorgungsproblem des Südens Österreichs nur mit Freileitung zu lösen Intensive Prüfung von Verkabelungsvarianten bringt keine neuen Ergebnisse

Wien (OTS) - Die unverzügliche Realisierung der von der
VERBUND-Austrian Power Grid AG (APG) zur UVP eingereichten
Freileitung ist der einzige ökologisch und ökonomisch sinnvolle Weg,
die für den Süden Österreichs bereits äußerst kritische Situation bei
der Versorgung mit elektrischer Energie zu entschärfen und eine
dauerhafte Sicherung der Stromversorgung möglichst rasch zu
realisieren.
Die APG sieht sich nach neuerlicher, eingehender technischer,
wirtschaftlicher, ökologischer und rechtlicher Überprüfung in ihrer
durch umfangreiche Untersuchungen gewonnenen Ansicht bestätigt, daß
eine Verkabelung bzw. Teilverkabelung der 380 kV-Steiermarkleitung
aus technischen, ökologischen und ökonomischen Gründen nicht
vertretbar ist. Eine Verkabelung hätte außerdem massive negative
Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit und wäre zudem ein
energiewirtschaftliches Experiment. Diese Position wird einheitlich
von allen europäischen Netzbetreibern vertreten. Verkabelungen im 380
kV-Übertragungsnetz sind nicht Stand der Technik. In Europa sind von
mehr als 100.000 km nur einige hundert km verkabelt, nämlich
hauptsächlich dort, wo es nicht anders geht, wie städtische Gebiete
oder Flughäfen.

Gegen eine Verkabelung bzw. Teilverkabelung der Steiermarkleitung
sprechen weiterhin folgende Fakten:

"*"   Eine gegenüber der Freileitung wesentlich unsicherere

Betriebsführung sowie bei Reparaturen Ausfallzeiten von bis zu zwei
Monaten mit massiven Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit
weiter Teile des österreichischen Stromnetzes.

"*"   Eine Kostenrelation im Verhältnis von 1:8,4 zwischen
Freileitung und Verkabelung.

   "*"   Eine Teilverkabelung von 10% bzw. 20% würde - neben den

beschriebenen ökologischen Auswirkungen in den verkabelten
Abschnitten - zu einer Verdoppelung bzw. Verdreifachung im Vergleich
zu den Freileitungskosten führen. Auch hier hat die deutlich
unsicherere Betriebsführung massive Auswirkungen auf die
Versorgungssicherheit.

"*"   Die Verkabelung von 380 kV-Leitungen stellt zusätzlich einen

beträchtlichen negativen ökologischen Eingriff in die Umwelt dar, wie
etwa Bodenaustrocknung durch die Erwärmung des Kabels und eine
dadurch bedingte Veränderung des Wasserhaushalts.

Die ökologisch gravierenden Auswirkungen der in der Bauphase 30 m
breiten Kabeltrasse werden zusammen mit den technischen und
wirtschaftlichen Problemen von der Fachwelt und auch von mehreren
Sachverständigen in ihren UV-Gutachten negativ bewertet.

Seit dem Jahr 2001 wurde die absolute Grenze der
Leitungsbelastungen bei allen Nord-Süd Hochspannungsleitungen der APG
massiv und nachhaltig überschritten. Damit wurde das Risiko eines
großräumigen massiven Stromausfalles erheblich erhöht. Gerade das
Jahr 2003 zeigte die Folgen solcher Überlastungen wie z.B. beim
Italien-Blackout und anderen Netzstörungen auf. In Österreich konnte
ein ähnlicher Netzzusammenbruch bisher nur aufgrund glücklicher
Umstände in Verbindung mit Notmaßnahmen in Form von umfangreichem und
teurem Engpaßmanagement verhindert werden.

Erst kürzlich bestätigte eine weitere Untersuchung der TU-Graz,
daß nur durch die unverzügliche Schließung des 380 kV-Ringes im
Bereich der Steiermarkleitung und der Salzburgleitung eine sichere
Betriebsführung des Übertragungsnetzes in Österreich auch in Zukunft
möglich ist. Nur durch einen sicheren und leistungsstarken 380
kV-Ring können einerseits die jährlichen Verbrauchszuwächse sowie
andererseits die rapide und massive Zunahme neuer regenerativer
Stromquellen, insbesondere der Windkraft, bewältigt werden. Darüber
hinaus ist der 380 kV-Netzausbau Voraussetzung für den Zugang zum
europäischen Strommarkt, der wiederum wettbewerbsfähige Preise für
die österreichische Wirtschaft ermöglicht.

Zur unverzüglichen Sanierung der krisenhaften Belastung der
Nord-Süd-Leitungen des APG-Höchstspannungsnetzes wurde von der APG
Ende 2003 ein in technischer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht
optimiertes Freileitungsprojekt zur Schließung des östlichen Teiles
des 380 kV-Ringes zur Genehmigung nach dem UVP-Gesetz bei den
Landesregierungen Steiermark und Burgenland eingereicht. Dabei war
und ist die Fertigstellung der 380 kV-Leitung bis 2006 das
angestrebte und auch immer wieder kommunizierte Ziel, nicht zuletzt
weil die unausweichliche Schließung thermischer Kraftwerke im Süden
Österreichs ab 2006 die schon jetzt kritische Situation für
Österreichs untragbar verschärfen wird.

Bei der Vorbereitung der Projekteinreichung hat sich die APG sehr
intensiv mit der Alternative einer Verkabelung befaßt. Diese
Untersuchungen sind Bestandteil der zur UVP eingereichten
Umweltverträglichkeitserklärung (UVE). Die jetzt durchgeführte
neuerliche eingehende Überprüfung in technische, wirtschaftliche,
ökologische und rechtlicher Hinsicht hat zu keinen neuen
Erkenntnissen geführt.

Abschließend weist die APG nochmals darauf hin, daß das
zusammenfassende UV-Gutachten der Behörde zu dem Schluß kommt, daß
die eingereichte Freileitung umweltverträglich ist.

OTS0168    2005-02-11/13:36

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VBK

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