Kadenbach: Frauen verdienen in Niederösterreich um 34,5% weniger als Männer

Wachsender Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern in Niederösterreich

St. Pölten (SPI) - Die Situation der Frauen in Gesellschaft und Arbeitsmarkt ist auch in Niederösterreich von einer ständigen Verschlechterung gekennzeichnet. "Neben der katastrophalen frauenpolitischen Bilanz der Bundesregierung, ist auch die Situation von Frauen in Niederösterreich nach wie vor alles andere als rosig", kritisiert SPÖ-NÖ Landesgeschäftsführerin LAbg. Karin Kadenbach. Neben der weiterhin negativen Arbeitsmarktentwicklung von Frauen in Niederösterreich, ist die weiterhin wachsende Einkommensschere im Land eines der größten Probleme für Frauen. Im Jahr 2004 verdienten Frauen in Niederösterreich durchschnittlich 34,5% weniger als Männer (Frauen: € 1.226.- / Männer: € 1.872.- brutto/Monat). "Zusammen mit dem Burgenland und der Steiermark bildet Niederösterreich hier das Schlusslicht in Österreich." Für Kadenbach ein untragbarer Zustand. "Frauen arbeiten immer noch vorwiegend in Branchen mit geringen Löhnen. Dort erhalten sie - oft sogar bei gleicher Tätigkeit wie ihre männlichen Kollegen - weniger Lohn. Zusätzlich verlieren sie -bedingt durch längere Arbeitsunterbrechungen - die Chancen zum Einkommens- und Karriereaufstieg." Die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt, spiegelt sich auch in unserer Gesellschaft wieder, ist Kadenbach überzeugt. "Tätigkeiten von Frauen werden nicht nur im Arbeitsprozess geringer bewertet, auch im Bereich der unentgeltlichen Arbeit im Haushalt und bei der Erziehung von Kindern werden die Verdienste und Leistungen von Frauen nach wie vor nicht entsprechend anerkannt."

Die Arbeitsmarktentwicklung für Frauen, die Einkommensschere und der mangelnde Ausbau an Kinderbetreuungsplätzen sind die Hauptprobleme, mit denen Frauen in Niederösterreich konfrontiert sind. Neben der wachsenden Einkommensschere, ist die wachsende Zahl von arbeitslos gemeldeten Frauen in Niederösterreich eine der wichtigsten Herausforderungen für die Politik. "Die Frauenarbeitslosigkeit in Niederösterreich erreichte im Jänner den Rekordwert von über 20.000 als arbeitslos gemeldeten Frauen. Ein erneutes Plus von 4,7% gegenüber dem Jänner 2004 ", so Kadenbach.

Für Frauen verläuft derzeit die Arbeitsmarktentwicklung ungünstiger als für Männer. Frauen leiden nicht nur unter steigendem Risiko der Arbeitslosigkeit, sondern erzielen auch wesentlich geringere Einkommen als Männer. Mit dem durchschnittlichen Bruttoeinkommen von 1.226 € in Niederösterreich sind Frauen zudem zu einem hohen Grad finanziell vom Partner abhängig. Der wachsende Einkommensunterschied in Niederösterreich hat mehrere Ursachen. "Karenzbedingte Arbeitsunterbrechungen bilden immer noch den Hauptgrund für einen Karriereknick. Daher müsse auch weiter in den bedarfsgerechten Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen investiert werden.

"Es ist ein Gebot der Stunde, dass Frauen, die Möglichkeit erhalten nicht-traditionelle Berufswege einzuschlagen, die ihnen auch eine entsprechende Möglichkeit zu Karriere und verbesserten Arbeitsmarktchancen bieten", fordert Kadenbach. Die Politik sei nun gefordert Förderungen in diesem Sinne, wie z.B. spezielle Frauenstiftungen zu forcieren. Im Sinne von "Gender-Mainstreaming" sei es besonders wichtig, dass geschlechtsbezogene Berufsbilder von Mann und Frau endlich überwunden würden. Das AMS, die Sozialpartner und die politisch Verantwortlichen seien nun aufgefordert Wege zur Verbesserung der Situation von Frauen in der Berufswelt zu diskutieren und umzusetzen. (Schluss) alu

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