Gorbach: Bildungspolitik bedarf einer raschen Richtungsänderung

Wien (OTS) - "Österreichs Pflichtschüler schneiden im internationalen Vergleich schlecht ab, der Wirtschaft fehlen Fachkräfte, Lehrlinge sind mangelhaft qualifiziert und obendrein wird ein EUGH Urteil erwartet, wonach die Diskriminierung von Studenten aus anderen EU-Staaten aufgehoben werden muss - die Sorge um das Bildungssystem in Österreich ist berechtigt", erklärte Vizekanzler Bundesminister Hubert Gorbach am Freitag und sprach sich für eine rasche Änderung im Bildungssystem aus. "Wissen und Bildung sind die Erfolgsfaktoren der Industrieländer im 21. Jahrhundert, daher muss der Grundstein bereits früh in der Kindheit richtig gelegt werden, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können", betonte Gorbach.

"Die Verpflichtung für Migrantenkinder, Deutschkurse im Vorschulbereich zu besuchen, ist und bleibt eine sinnvolle freiheitliche Forderung. Das allgemeine pädagogische Niveau dieser Deutschkurse muss jedoch deutlich höher sein als die Kurse im Rahmen der Integrationsvereinbarung. Nur dann sind sie auch effizient", forderte Gorbach.
Die teilweise Kostenübernahme durch den Bund sei offensichtlich nicht ausreichender Anreiz, die angebotenen Kurse tatsächlich zu besuchen. 2004 absolvierten nur 5500 Personen derartige Kurse, 50.000 Personen waren durch die Ausnahmebestimmungen der Integrationsvereinbarung von den Deutschkursen 'befreit'. "Das sind alarmierende Zahlen, die zu einem raschen Kurswechsel führen müssen. Man denke nur an den Sozialbereich, wo überdurchschnittlich viele Migranten als Pflegepersonal arbeiten und es besonders problematisch ist, nicht die Sprache Deutsch zu beherrschen", führte Gorbach aus.

Generell müsse sich das Bildungssystem in Österreich an die heute üblichen Arbeitsbedingungen anpassen. So sei eine freiwillige Nachmittagsbetreuung für 6-14 Jährige erforderlich sowie eine Anpassung der Schulzeiten an die flexiblen Arbeitsformen, erklärte Gorbach. Dies bedeute die 5 Tage Woche bis zur 9. Schulstufe, was vielen Müttern gestatten würde eine Ganztagesstelle annehmen zu können.

Die Verpflichtung der Lehrer, 30-35 Stunden anwesend zu sein und sich fortzubilden, schließe trotzdem die Verantwortung der Eltern im Bezug auf die Erziehung nicht aus. Diese könne nicht ausschließlich auf die Lehrkräfte abgewälzt werden, betonte Gorbach. "Anzudenken ist auch eine Verkürzung der Sommerferien auf einen Monat bis sechs Wochen und eine Betreuung für Schüler für die restliche Urlaubszeit, was den arbeitenden Eltern sehr helfen würde. Angesichts der ungeheuer hohen Kosten für Nachhilfe und Betreuung während der schulfreien Zeit, ist dies sicher ein positiver Ansatz für alle Betroffenen", schloss Gorbach. (Schluss bxf)

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