Niederwieser: Beim Bildungsgipfel nicht auf die Lehrlinge vergessen

Größte PISA-Risikogruppe wird vernachlässigt

Wien (SK) Den eindringlichen Appell, beim kommenden Bildungsgipfel nicht auf die Berufsschulen zu vergessen, richtete SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser an die Regierung. "Die Regierung fühlt sich für die Lehrlinge nicht zuständig, sie sind in der Bildungspolitik ein 'weißer Fleck'. Dabei sind gerade die Lehrlinge vom PISA-Absturz extrem betroffen und die größte Risikogruppe", so Niederwieser Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Konkret würde laut PISA 2003 der Risikoanteil an den AHS zwei Prozent, an den berufsbildenden höheren Schulen drei Prozent, den berufsbildenden mittleren Schulen 21 Prozent, den Berufsschulen 39 und den polytechnischen Schulen 54 Prozent betragen. "Wir müssen uns dringend um die 39 Prozent und die 54 Prozent kümmern, die Regierung hat aber bisher noch keinen einzigen Vorschlag geliefert", so der SPÖ-Bildungssprecher, der daran erinnerte, dass auch "Mr. PISA", Günter Haider, davor gewarnt hat, in der bildungspolitischen Debatte auf die Lehrlinge zu vergessen. Dies wäre fahrlässig.

Niederwieser plädiert zur Verbesserung der Situation u.a. für Ausbildungsverbünde, für eine verbesserte Ausbildung im Betrieb, für "Brückenlehrstoff" - d.h. für eine engere Verbindung des Lehrstoffs in Betrieb und Schule -, für eine verbesserte Aus- und Weiterbildung der Berufsschullehrer und für einen dauerhaften Ersatz des Auffangnetzes. Außerdem müsse den lernschwachen Berufsschülern mehr Zeit gegeben werden, um Kenntnisse in Lesen und Mathematik zu erwerben - notfalls müsse es eine zeitliche Umverteilung von der betrieblichen Ausbildung hin zur Schule geben. "Dies ist besonders wichtig, denn für die Berufsschüler ist das die letzte Chance, sich in der Schule Wissen anzueignen."

Der SPÖ-Bildungssprecher kritisierte abschließend, dass sich für die Lehrlinge niemand zuständig fühle - "sie werden zwischen Bildungsministerium, Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer hin und her geschoben". (Schluss) cs

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