AKNÖ warnt vor unüberlegten Käufen im Ausland

Verkappte Werbefahrten boomen

Wien (AKNÖ) - Gerda S. und das Ehepaar M. haben etwas gemeinsam:
Sie waren in der Türkei auf Urlaub, ließen sich dort zum Kauf von Teppichen und Goldschmuck überreden und haben es im Nachhinein bereut. Doch jetzt gibt es kein Zurück. Die AKNÖ-Konsumentenberater warnen vor unüberlegten Käufen im Ausland.

Verkappte Werbefahrt

Die Reise, die Gerda S. nach Pamukkale gebucht hat, entpuppte sich erst in der Türkei als verkappte Werbefahrt. Statt der berühmten Sinterterrassen sind der Niederösterreicherin vor allem Fabriken für Teppiche, Schmuck und Lederwaren in Erinnerung. Statt Sigthseeing stand Shopping im Industriegelände auf dem Programm. "Ich habe mir einen Teppich um 820 Euro gekauft. Aber nur, weil der Verkäufer mit der Mitleidsmasche gekommen ist und gesagt hat, dass ich einer Frau mit meinem Kauf den Arbeitsplatz erhalte. Andere haben bis zu 9.000 Euro ausgegeben", so Gerda S.

Goldkette: Doch keine Mezzie

Auch das Ehepaar M. ließ sich von einem hartnäckigen Verkäufer zu einem "Supergeschäft" überreden. Die M.s erstanden eine vermeintlich günstige goldene Halskette, die sie sofort in bar bezahlt haben. Zurück in Österreich erfolgte die Ernüchterung. Die Kette ist gerissen und ein Juwelier erklärte, dass die Kette nur 60 Prozent des Kaufpreises von 1.000 Euro wert sei. Das Ehepaar wandte sich an die AKNÖ.

Es gilt das türkische Recht

"Da der Kauf in der Türkei erfolgt ist, kommt türkisches Recht zur Anwendung. Fraglich bleibt, welche Rechte dem Konsumenten in diesem Fall zustehen", meint Dr. Eva Schreiber von der AKNÖ-Konsumentenberatung. Innerhalb der EU sieht die Situation ein wenig anders aus: Denn auch wenn ausländisches Privatrecht zur Anwendung kommt, bleibt ein - aus österreichischer Sicht -konsumentenrechtlicher Mindeststandard erhalten. "Auf jeden Fall ist es besser, Kaufentscheidungen gut zu überdenken und sich außerdem vor der Buchung einer Reise genau nach den Ausflugszielen zu erkundigen", rät Schreiber. Besondere Vorsicht sei geboten, wenn es in den Reiseunterlagen lapidar heißt: "Besichtigung der Altstadt u.v.a. mehr".

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