Sozialdemokratische Freiheitskämpfer: Gedenken an die Schutzbündler des 12. Februar und Erinnerung an Josef Hindels

Wien (SK) Heute legte eine Delegation des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschisten auf dem Zentralfriedhof beim Mahnmal für die Opfer des Faschismus und beim Denkmal für die Februar-Kämpfer des Jahres 1934, zum Gedenken an die Verteidiger der Demokratie, Kränze nieder. Es haben damals in vielen Industriestädten Österreichs, vor allem in Wien, zahlreiche Schutzbündler zu den Waffen gegriffen und damit ein erstes Signal eines Widerstandes gegen den aufkommenden Faschismus gesetzt. Mit Hilfe des Bundesheeres und der Heimwehrformationen versuchte die autoritäre Regierung Dollfuss, den Verteidigungswillen der Schutzbündler zu brechen. Viele von ihnen mussten ins Ausland flüchten und die Jüngeren gingen in den illegalen Widerstand, aus dem später der Freiheitskampf gegen den Nationalsozialismus hervorging. Durch die Ausschaltung der Arbeiterbewegung und der Demokratie ist es Hitler im Jahr 1938 leichter gelungen, sich als Retter vor dem Austrofaschismus und der Arbeitslosigkeit darzustellen und mit der Deutschen Wehrmach einzumarschieren. ****

Die Delegation des Bundes der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer gedachte anschließend des vor 15 Jahren verstorbenen Prof. Josef Hindels, der sich vor allem nach 1945 der Aufklärungsarbeit über die Verbrechen des Nazifaschismus und über die Gefahren des Rechtsextremismus widmete. Er wirkte schwerpunktmäßig in der Jugendarbeit, sowie in der politischen und in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit. Von ihm stammen zahlreiche Publikationen, die einen nachhaltigen Einfluss in politischen und gewerkschaftlichen Bereichen erzielten. Abgeordneter zum Nationalrat a.D. Ernst Nedwed hob hervor, dass vor einigen Tagen eine Straße im Umfeld des Karl-Marx-Hofes nach Prof. Josef Hindels benannt wurde. Er dankte der Bezirksvertretung Döbling, die, nur gegen die Stimmen der FPÖ-Bezirksräte, die Benennung vorgeschlagen hat. Besonders hob er hervor, dass nicht nur der stellvertretende Bezirksvorsteher Gerald Kopecky, sondern auch Bezirksvorsteher Adolf Tiller, in einer eindrucksvollen Feier, gemeinsam mit Stadtrat Mailath-Pokorny, die Tätigkeit dieses aufrechten Österreichers würdigten.

Josef Hindels begann seine politische Tätigkeit 1930 bei den sozialistischen Mittelschülern. Wegen illegaler Betätigung war er 1936 in austrofaschistischer Haft. Er flüchtete 1937 in die CSR, von dort 1939 nach Norwegen, um schließlich in Schweden als Flüchtling in der Gruppe der österreichischen Gewerkschaftler und Sozialdemokraten um Bruno Kreisky mitzuarbeiten. Nach seiner Rückkehr war er Bildungssekretär der SJ. Anschließend bis 1970 wirkte er als Zentralsekretär der GPA. Ab 1970 war der Schwerpunkt seiner Tätigkeit die Bildungsarbeit und sein Einsatz bei den Sozialistischen Freiheitskämpfern. Seine kritische Stimme gegen Rechts war in der SPÖ der Zweiten Republik nicht zu überhören.

Die Wiener SPÖ-Bildungsorganisation und die Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer gedenken des 12. Februar 1934 bei einer großen Kundgebung, die am Montag, dem 14. Februar 2005, 17.30 Uhr, im Reumannhof, Wien 5., Margaretengürtel 100 - 110 stattfindet. Redner sind Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Bundesminister a.D. Erwin Lanc. Begrüßung erfolgt durch Stadträtin Maga. Renate Brauner und den Bundesvorsitzenden der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer, Prof. Alfred Ströer. (Schluss) ps/mm/mp

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