"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Völlig problemlos" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 11. Februar 2005

Wien (OTS) - Der Wahltermin rückt näher: Der Bundeskanzler erklärt, dass die Wehrdienstzeit schon im kommenden Jahr verkürzt wird - obwohl einige Heeresexperten davon abraten. Und der Vizekanzler denkt laut über eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h auf ausgewählten Autobahnen nach - obwohl nicht nur Sicherheitsleute davor warnen.
Wen Wolfgang Schüssel mit seinem Vorstoß gewinnen möchte, ist klar:
Junge Leute, denen er immerhin zwei Monate Dienst an der Waffe oder in irgendeiner Kanzlei erspart.
Doch wen will Hubert Gorbach ansprechen? Gut, Raser werden sich darüber freuen, das Gaspedal nicht nur auf abgesicherten Rennstrecken durchdrücken zu dürfen. Verantwortungsbewusste Menschen werden Autobahnen unter diesen Umständen jedoch meiden.
Gegen 160 km/h spricht, dass zu hohe Geschwindigkeit bereits heute zu den meisten Unfällen mit tödlichem Ausgang führt; dass der Schadstoffausstoß wesentlich größer wäre; und vieles andere mehr. Dessen scheint man sich im Vizekanzleramt aber ohnehin bewusst zu sein: 160 "kann völlig problemlos" sein, wenn die Rahmendingungen perfekt sind, meint eine Referentin. Anders ausgedrückt, es kann auch tragisch enden.

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