OEGV begrüßt Lamingers Vorstoß zu mehr Kostenbewusstsein

Eine gesenkte Rezeptgebühr für Generika würde sparwillige BeitragszahlerInnen belohnen

Wien (OTS) - "Mit einer Senkung des Selbstbehaltes für Generika könnte das Kostenbewusstsein für Arzneimitteln gesteigert werden. Gleichzeitig werden die PatientInnen mit einer geringeren Zuzahlung für preisgünstige Arzneimittel belohnt", so Wolfgang Andiel, Obmann des Österreichischen Generikaverbandes (OEGV). "All diese Faktoren steigern das Kostenbewusstsein der PatientInnen nachweislich (Fessel-Umfrage vom März 2004) und führen zu einem bewussteren Umgang mit Arzneimitteln. Damit würde auch die Nachfrage nach kostengünstigeren Generika steigen, so dass auf breiter Front eine Kostensenkung in Gang kommen kann", meint Andiel. Mit Generika könnten Einsparungen im Arzneimittelbereich von rund 80 Millionen Euro jährlich erreicht werden. Gleichzeitig würde der Wert der verordneten Arzneimitteln für alle ersichtlich werden, wie vom Vorstandsvorsitzenden im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Erich Laminger, gefordert.

Trotz des extrem niedrigen Markteintrittspreises für Generika -rund die Hälfte - werden die Kostenvorteile nicht in Form der bereits von der Bundesregierung angekündigten und nicht eingehaltenen gesenkten Rezeptgebühr an PatientInnen weitergegeben. "Die österreichischen BeitragszahlerInnen wissen über die tatsächlichen Arzneimittelkosten nicht Bescheid. Die einheitliche Rezeptgebühr lässt keine massiven Preisunterschiede zwischen Erstanbieter und Generika erkennen", so Andiel und weiter: "Darum begrüßen wir Lamingers Forderung nach mehr Kostentransparenz bei Arzneimitteln. Mit der gesenkten Rezeptgebühr wird der Kostenvorteil von Generika endlich für alle ersichtlich. Zusätzlich werden die Versicherten mit einem geringeren Selbstbehalt belohnt. Und warum auch sollten PatientInnen für günstige und sichere Generika gleich viel bezahlen wie für teurere Erstpräparate?"

Das Modell Deutschland lässt aufhorchen

In Deutschland wird Generikaförderung zur Dämmung der steigenden Arzneimittelkosten bereits erfolgreich durchgeführt. Die wichtigsten Rahmenbedingungen sind dabei u.a. ein vereinfachtes Zulassungsverfahren für Generika, prozentuale Zuzahlung der PatientInnen zu den Arzneimittelkosten und Festbeträge als Obergrenze für die Erstattung von Arzneimittelkosten durch die gesetzliche Krankenversicherung. Der Kostenvorteil wird bei jeder Arzneiverordnung für die PatientInnen sichtbar. Gleichzeitig werden die Patienten mit einer geringeren Zuzahlung für preisgünstige Arzneimittel belohnt. Der Verordnungsanteil der Generika stieg von 10,9 Prozent im Jahr 1981 auf 54,1 Prozent im Jahr 2003 im deutschen Gesamtmarkt an und verfünffachte sich damit in diesem Zeitraum. "Das Modell Deutschland zeigt, wie wichtig es ist, PatientInnen über tatsächliche Arzneimittelpreise zu informieren und erhöhtes Kostenbewusstsein mit einer gesenkten Rezeptgebühr zu fördern", stellt Andiel fest: "Nur dann sind nachhaltige Kosteneinsparungen im Sinne der BeitragszahlerInnen realisierbar."

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