SJÖ zu Schutzzonen in Wien: Richtungsweisende Entscheidung!

"Pro-Life-Psychoterror muss in ganz Österreich ein Ende haben"

Wien (SK) Stefanie Vasold, Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), ist erfreut darüber, dass in Wien seitens der Stadtregierung Maßnahmen gegen radikale AbtreibungsgegnerInnen veranlasst werden. "Gratulation an Stadträtin Wehsely. Diese Entscheidung wird richtungsweisend für ganz Österreich sein. Ich vermisse aber entsprechende Initiativen auf Bundesebene. 30 Jahre nach Einführung der Fristenregelung müssen Frauen noch immer um ihr Recht auf Schwangerschaftsabbruch kämpfen. Die Einführung von Schutzzonen um Kliniken, um die betroffenen Frauen vor dem Psychoterror religiöser FundamentalistInnen zu bewahren, sollte für die Bundesregierung ein Signal zum Handeln sein", so Vasold am Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Für Ludwig Dvorak, den Vorsitzenden der SJÖ, sind "die Ausreden der Justizministerin nur Ausdruck des Unwillens der Bundesregierung, sich hier eindeutig auf die Seite der Frauen zu stellen": "Der Bundeskanzler hat 2002 auf dem Weltkongress von Pro Life in Wien seine ausdrückliche Unterstützung der Ziele der AbtreibungsgegnerInnen zum Ausdruck gebracht. FPÖ-Bundesrat Gudenus vergleicht den Schwangerschaftsabbruch wiederholt mit dem Holocaust. Zu guter letzt bringt es die Salzburger ÖVP-Landesrätin Eberle im Interview mit dieStandard.at nicht übers Herz, sich von solchen Vergleichen unmissverständlich zu distanzieren. Das legt den Schluss nahe, dass diese Bundesregierung in keiner Weise daran interessiert ist, hier etwas im Interesse der betroffenen Frauen zu unternehmen."

Vasold bemerkt abschließend, dass neben der Ausweitung der Schutzzonen auf Bundesebene auch die faktische Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruchs in allen Bundesländern durchgesetzt werden muss. Zusätzlich müsse die Fristenregelung endgültig aus dem Strafgesetzbuch herausgenommen werden: "Das Recht auf Selbstbestimmung über den weiblichen Körper beinhaltet auch das Recht von Frauen, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen zu können. Die Ereignisse in Salzburg und Wien zeigen, dass wir noch weit davon entfernt sind, dass Frauen das ohne Hürden tun können. Könnten Männer schwanger werden, so hätte sich diese Debatte wahrscheinlich schon vor weit mehr als 30 Jahren erübrigt." (Schluss) wf/mp/mm

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