FP-Barnet: Heeresreform gefährdet Sicherheit in Wien

LH Häupl soll Platter-Vorstoß zurückweisen

Wien (OTS) - Wien, 2005-02-10 (fpd) - Als Gefahr für die Sicherheit Wiens bezeichnete heute der freiheit-liche Wiener LAbg Günther Barnet die Pläne des Verteidigungsministeriums mehrere Ver-bände und Kasernenstandorte in Wien zu schließen. Wie durch einen Bericht des Standards bekannt wurde, ist es erklärtes Ziel der "Heeresreformer" unter der Führung von Minister Platter bis zu 40% der Kasernen zu schließen.

Wortwörtlich sei in dem vom Standard zitierten Papier von einer "Entmilitarisierung" Wiens die Rede. Dabei handle es sich wohl um die Maria-Theresienkaserne mit ihren beiden traditi-onellen Verbänden:
der Garde und dem Jägerregiment Wien ("Hoch- und Deutschmeister"). Wie aus Planungen des BMLV bekannt wurde, wird die Zusammenlegung beider Verbände und die Unterstellung unter ein Brigadekommando statt des Militärkommandos Wien vorge-nommen und eine Dislozierung außerhalb Wiens ins Auge gefasst, so Barnet, der Mitglied der Bundesheerreformkommission ist.

"Es ist unglaublich, dass ein so erfolgreicher Verband wie das Jägerregiment Wien, das der-zeit die Masse der Truppen und das Kommando des österreichischen Kontingentes im Kosovo (KFOR) stellt, in seiner Abwesenheit den Streichorgien einiger völlig abgehobener Heeres-planer zum Opfer fallen soll", so der freiheitliche Abgeordnete und Milizoffizier. Dabei wer-de nicht nur deren Bereitschaft zum oftmaligen Assistenzeinsatz an der Grenze und auch au-ßerhalb der Landesgrenzen den Schutz Österreichs zu garantieren ins lächerliche gezogen, sondern auch die jahrzehntelang bewährte Zusammenarbeit zwischen den Blaulichtorganisa-tionen und den Heeresverbänden in Wien, die durch das Militärkommando erfolgreich umge-setzt und garantiert wurde, untergraben, erläuterte Barnet.

Durch die Reduktion der Truppen in Wien sei die Sicherheit der Bundeshauptstadt mit ihrem Regierungs- und Behördensitz, der UNO-City, der internationalen Atomenergiebehörde, dem Austragungsort von Massenveranstaltungen - etwa der Fußball EM 2008 - und nicht zuletzt auch der über 1,8 Millionen Einwohner mit ihren Lebensbedürfnissen massiv gefährdet, so Barnet. "Jeder halbwegs informierte Bürger weiß mittlerweile, dass solche Einrichtungen das erklärte Ziel terroristischer Angriffe sind, nur in Österreich scheinen die Verantwortungs-träger das nur allzu leicht zu vergessen. Es sind allen Träumern eines "unbehelligten Öster-reichs" die Anschläge auf die OPEC, den Flughafen Schwechat, die Synagoge in der Seiten-stättengasse und StR Nittel in Erinnerung zu rufen", erläuterte der Freiheitliche LAbg.

Darüber hinaus haben beide militärische Verbände eine jahrhunderte alte Tradition und Aner-kennung in der Öffentlichkeit, wie sie den Wienern und Wienerinnen nur zu gut bekannt ist (Platzkonzerte, Hoch-und Deutschmeistermarsch etc.), die den "Militärtechnokraten" aus dem Platter-Ministerium offensichtlich nichts bedeute. "Dies ist ein Schlag ins Gesicht für alle Heeresfreunde in Wien", die sich dem Grundsatz: Heer und Hauptstadt verpflichtet füh-len, wie er jeden 26. Oktober durch hunderttausende Wienerinnen und Wiener gelebt wird.

"LH Häupl ist angehalten, diesen Vorstellungen bei den Gesprächen mit Minister Platter eine deutliche Absage zu erteilen, wie dies sein Nachbar und Freund LH Pröll bereits getan hat", forderte Barnet, der gleichzeitig eine entsprechende Initiative im nächsten Landtag oder Ge-meindrat zur Erhaltung der Wiener Heeresverbände ankündigte. (Schluss)

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