Rieder/Wehsely: 4 Mio. Euro für WAFF-Frauenprogramme

NOVA, FRECH und AMANDAS MATZ - Intensive Beratung und Weiterbildung für rund 4.000 Frauen im Jahr 2005

Wien (OTS) - "Entgegen dem Bundestrend sinkt die Arbeitslosigkeit
in Wien seit sechs Monaten. Zuletzt im Jänner 2005 um 5,4 Prozent (Österreich: Plus 1,1 Prozent). Besonders ausgeprägt ist in Wien der Rückgang in der Gruppe der Frauen mit einem Minus von 6,1 Prozent (Österreich: Plus 1,9 Prozent). Auch die Frauenerwerbsquote (Jänner 2005) liegt in Wien mit 79 Prozent deutlich höher als der Österreichwert mit 64,2 Prozent. Ein Grund für diese erfreuliche Entwicklung sind die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der Stadt Wien. Diese Politik setzen wir auch im Jahr 2005 fort - obwohl Arbeitsmarktpolitik an sich Bundessache ist. Wir haben das Budget für den Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds - WAFF von 42 Mio. Euro im Jahr 2005 um 9,5 Mio. Euro auf 51,5 Mio. Euro aufgestockt. In die Fortführung der drei erfolgreichen Programme NOVA, FRECH und AMANADAS MATZ, die ausschließlich Frauen zu Gute kommen und beim Berufswiedereinstieg, Berufsumstieg oder bei der Jobwahl helfen, investieren wir insgesamt 4 Millionen Euro aus dem Regelbudget des WAFF", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder bei einer gemeinsamen Medienkonferenz zur Präsentation der drei WAFF Frauenprogramme mit Frauenstadträtin Maga Sonja Wehsely und dem WAFF Geschäftsführer Mag. Fritz Meissl.

"Mit diesen Programmen bieten wir im Jahr 2005 für rund 1.600 Frauen entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten und können an die 2.500 Frauen intensiv beraten. Die Erfahrung zeigt, dass Frauen, die diese Programme durchlaufen, bis zu fast 1.500 Euro brutto pro Jahr mehr verdienen und auch von Arbeitslosigkeit weniger lang betroffen sind", so Rieder weiter.

Drei Programme für mehr Chancen für Frauen im Beruf

Für berufstätige Frauen, die sich weiterbilden oder beruflich verändern wollen, gibt es Unterstützung über das Programm FRECH. Beim Programm AMANDAS MATZ stehen professionelle Berufsberatung und Berufsorientierung für Mädchen und junge Frauen im Mittelpunkt. Mit dem Programm NOVA hilft der WAFF den karenzierten Frauen beim beruflichen Wiedereinstieg nach der Babypause. "Denn der Wiedereinstieg nach einer Berufsunterbrechung ist eine kritische Phase in der Erwerbsbiografie. Nach wie vor sind es fast nur Frauen, die aufgrund von Kinderbetreuungspflichten ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen. Die Rückkehr an den Arbeitsplatz und ganz generell auf den Arbeitsmarkt wird ihnen denkbar schwer gemacht. In Wien gibt es Unterstützung für diese Phase. Das Programm NOVA des WAFF richtet sich gezielt an diese Gruppe und hilft den Wiedereinstieg zu bewältigen. Und was mich ganz besonders freut: Dank des Ausbaus dieses Programms und durch den Einsatz des AMS in diesem Feld kann in Wien heuer jeder Wiedereinsteigerin, die das möchte, ein Qualifizierungsangebot gemacht werden! In Wien haben es die Frauen am Arbeitsmarkt also eindeutig besser!", so Frauenstadträtin Maga Sonja Wehsely.

Frauen stellen die Mehrheit in den WAFF-Programmen

"Um der Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt entgegenzuwirken setzt der WAFF neben den Spezialprogrammen für Frauen auch auf eine zweite Strategie: Grundsätzlich wird in allen WAFF Programmen darauf geachtet, dass geschlechtsspezifische Unterschiede im Sinne des gender mainstreaming berücksichtigt werden. Rund 60 Prozent aller TeilnehmerInnen an allen WAFF Maßnahmen und Programmen sind Frauen", erläutert WAFF-Geschäftsführer Mag. Fritz Meißl.

Infos zu den drei Frauenprogrammen beim WAFF unter: (01) 217 48/0, e-mail: waff@waff.at; Internet: http://www.waff.at

NOVA: Wiedereinstieg nach Karenz

NOVA steht grundsätzlich zwei Personengruppen offen: Für Personen mit einem aufrechten Dienstverhältnis, die ihre Berufstätigkeit wegen einer Schwangerschaft unterbrechen oder nach der Geburt eines Kindes schon während der Karenz ihren Wiedereinstieg planen. Die zweite Zielgruppe sind Personen, die aktuell ohne Job sind (z.B. der Kinder wegen eine Zeit lang nicht gearbeitet haben) und jetzt wieder einsteigen wollen. Es können sich aber auch andere arbeitslose Frauen, die in den Beruf zurück wollen, an NOVA
wenden.

So hilft NOVA im Detail: Mit den BeraterInnen wird ein "Fahrplan" für den Aus- und Wiedereinstieg entwickelt. Abgeklärt werden auch die zeitliche Gestaltung der Elternkarenz und eventuell auftretende rechtliche Fragen. NOVA gibt auch Tipps, wie der Kontakt zur Arbeitsstelle während der gesamten Karenz am besten zu halten ist. Schließlich unterstützt NOVA Frauen auch
dabei, die Karenz zum Beispiel für Weiterbildung zu nutzen, die ebenfalls vom WAFF gefördert wird. Die Höhe der Förderung ist grundsätzlich nicht beschränkt, durchschnittlich sind rund 2.700 Euro an individuellem Weiterbildungsbudget kalkuliert. NOVA unterstützt auch bei der Planung eines beruflichen Umstiegs, wenn Frau z.B. nicht mehr in ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren kann bzw. will.

NOVA: Erfolgreich zurück in den Beruf nach langen Kinderbetreuungszeiten

Gemeinsam mit dem AMS Wien unterstützt der WAFF mit NOVA auch Personen, die nach Kinderbetreuungszeiten wieder eine Arbeit aufnehmen wollen. Im Rahmen einer Ausschreibung nach dem Bundesvergabegesetz wurde das abz.austria (Ausbildungszentrum Austria) mit der Durchführung von Berufsorientierungsmaßnahmen, individuellem Coaching und der Unterstützung bei der Jobsuche beauftragt. Das abz.austria ist ein speziell in Bezug auf die Bedürfnisse von arbeitssuchenden Frauen - aber auch in Bezug auf die Anforderungen von Unternehmen - erfahrener Träger arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen. Der WAFF hat mit dem abz.austria auch in anderen Programmen bereits hervorragend zusammengearbeitet. Auch in diesem Programmteil besteht im Bedarfsfall die Möglichkeit, berufsbezogene Weiterbildungsmaßnahmen zu besuchen.

Erweitert wurde das Programm NOVA auch in Hinblick auf die neuen gesetzlichen Regelungen bezüglich eines "Rechts auf Teilzeit" nach der Karenz. NOVA bietet hier für den Zeitraum von sechs Monaten nach Beginn der Teilzeitbeschäftigung Beratung über berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und auch die Möglichkeit zur finanziellen Unterstützung bei berufsbezogenen Qualifizierungsmaßnahmen.

Für das Jahr 2005 sind für NOVA insgesamt rund 1,8 Mio. Euro veranschlagt. Mindestens 1.250 Personen können an dem Programm teilnehmen. Dank der Aufstockung des WAFF-Budgets läuft NOVA ab 2005 nun nicht mehr als Sonderprogramm, sondern im regulären Programm des WAFF mit Dotierung aus dem Regelbudget. Seit dem Programmstart von NOVA im Jahr 2004 wurden insgesamt 1.915 Personen beraten. 1.098 davon sind in das Programm eingetreten. Für 481 Personen wurde ein entsprechendes Aus- bzw. Weiterbildungspaket erarbeitet und umgesetzt. Personen wurden beraten. Voraussetzungen für die Teilnahme an NOVA sind: Aktueller Wohnsitz in Wien, Mindestalter 18 Jahre. Der Start ins NOVA - Programm ist schon vor Antritt der Karenz möglich.

FRECH: Frauen ergreifen Chancen

FRECH richtet sich an berufstätige Frauen, die sich beruflich verändern wollen. Egal, ob "frau" im Betrieb, in dem sie arbeitet, ihre Position verbessern will, einen Jobwechsel ins Auge fasst oder generell in ein neues Berufsfeld einsteigen will: FRECH bietet individuelle Beratung und Begleitung bei diesem oft schwierigen Veränderungsprozess. Die Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken beruflicher Veränderung, die Klärung von notwendigen Rahmenbedingungen, das Herausarbeiten klarer beruflicher Entwicklungsziele sind wichtige Aspekte der Unterstützung durch den WAFF.

Frauen, deren höchste Ausbildung im Besuch einer berufsbildenden mittleren Schule besteht, bzw. in einer abgeschlossene Lehre, erhalten über die professionelle Beratung hinaus auch finanzielle Unterstützung bei der berufsbezogen Weiterbildung bis zu einem Maximalbetrag von 3.700 Euro bzw.
90 Prozent der Kurskosten. Der Hintergrund dafür: Frauen verfügen im Vergleich zu Männern über niedrigere Qualifikationslevels. 21,6% der beschäftigten Frauen haben lediglich einen Pflichtschulabschluss gegenüber 17,7% der Männer. Bei den arbeitslosen Frauen haben 56,5% maximal Pflichtschulabschluss, bei den Männern 50,8%. Wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Position der Frauen im Berufsleben müssen daher insbesondere bei der beruflichen Weiterbildung ansetzen.

Insgesamt stehen für FRECH im Jahr 2005 1,8 Mio. Euro zur Verfügung, davon 1,2 Mio. Euro für Förderungen. Rund 1.100 Frauen können damit das Beratungsangebot in Anspruch nehmen. Mindestens 350 Frauen können bei berufsbezogenen Weiterbildungsmaßnahmen gefördert werden. Seit Beginn von FRECH im Jahr 2002 haben 2.815 Frauen davon profitiert. Rund 1.000 FRECH-Förderanträge auf finanzielle Unterstützung bei der Weiterbildung wurden seither bewilligt. Aktuell werden 633 Frauen aktiv auf ihrem Veränderungsweg begleitet und gefördert.

AMANDAS MATZ - Berufsorientierung für Mädchen

Amandas Matz ist eine Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 25 Jahren. Sie bietet Lernhilfe, Hilfe bei Eignungs- und Aufnahmetests, Berufsorientierung, Berufs- und Bildungsberatung, Bewerbungstraining und Coaching bei der Arbeitsuche. Für 2005 stehen 182.000 Euro für 300 TeilnehmerInnen zur Verfügung. Amandas Matz ist eine langjährig bestehende Mädchenberatungsstelle, die zu Beginn 2000 in den WAFF integriert wurde. Von AMANDAS MATZ sind in den letzten fünf Jahren insgesamt 2.357 Personen beraten worden. 2004 waren es knapp 250 Frauen, die von Amandas Matz betreut worden sind.

WAFF Frauenprogramme wirken: Höheres Einkommen und kürzere Arbeitslosigkeit

Die WAFF Frauenprogramme zeigen Wirkung. Frauen, die eines der drei Angebote des WAFF genutzt haben, verdienen mehr Geld und finden im Falle einer Arbeitslosigkeit früher einen neuen Job. Das zeigen die Untersuchungen des sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituts Synthesis, das die Programme regelmäßig auf ihren Erfolg hin überprüft. So ist für die 1.098 NOVA-Absolventinnen im ersten Jahr nach der Teilnahme das Jahresbruttoeinkommen durchschnittlich um 924 Euro pro Kopf angestiegen. NOVA-Teilnehmerinnen sind im Falle eines Jobverlustes auch um 14,7 Tage weniger lang arbeitslos bzw. um 20,05 Tage länger beschäftigt.

Ähnlich positiv ist auch die FRECH Bilanz: Für die insgesamt über 1.000 durch FRECH geförderten Frauen ist das Jahresbruttoeinkommen pro Kopf um rund 1.492 Euro im ersten Jahr nach der Teilnahme gestiegen. Bei den Arbeitslosentagen haben FRECH-Absolventinnen ein Minus von 12,27 Tagen und sie sind 36,79 Tage länger im Job tätig. (Schluss) gaw/bed/gph

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