ARBÖ: Feinstaub hat viele Ursachen

Wien (OTS) - "Dass die Feinstaubwerte in Wien ausgerechnet seit vergangenen Samstag ansteigen, seit sich der Straßenverkehr wegen der Semesterferien massiv reduziert hat, ist das beste Beispiel dafür, dass das Übersteigen der Grenzwerte nicht dem Pkw-Verkehr angelastet werden kann", argumentiert ARBÖ-Präsident Dr. Herbert Schachter .

Die Kraftfahrerorganisation ist sich der Feinstaub-Problematik bewusst und tritt massiv dafür ein, dass der Einbau von Partikelfilter in Diesel-Pkw steuerlich gefördert wird. Dr. Schachter: "Feinstaub hat viele Ursachen, allen voran Industrie, Heizungen sowie Land- und Forstwirtschaft." Die konkrete Belastung vor Ort hängt zudem von regionalen Verursachern und Wetterverhältnissen ab.

Feinstaub ist nicht gleich Feinstaub. Was die gesundheitlichen Folgen anlangt, muss Feinstaub in zwei große Untergruppen unterteilt werden:
Feinstaub aus Aufwirbelung (Staub, Abrieb) und Feinstaub aus Verbrennungsprozessen (Kamine, Schlote, Auspuffe).

In Österreich fallen laut Umweltbundesamt jährlich 47.250 Tonnen Feinstaub an, wobei als Feinstaub alle Kleinpartikel mit einem Durchmesser von unter 10 Mikrometer definiert werden (PM 10). Von den 47.250 Tonnen Feinstaub entfallen 25.553 Tonnen auf Aufwirbelung, Staub, Abrieb und 21.697 Tonnen auf Verbrennungsprozesse. (Die Zahl stammt aus dem Jahr 2002, aktuellere Daten gibt es nicht.)

Hauptverursacher von Feinstaub aus Verbrennungsprozessen sind Kleinverbraucher, sprich Heizungen mit einem Anteil von 36 Prozent, gefolgt von der Industrie mit 20 Prozent und der Land- und Forstwirtschaft mit 13 Prozent. Alle Diesel-Pkw Österreichs produzieren 11,7 Prozent des Feinstaubs aus Verbrennungsprozessen, alle Diesel-Lkw 11,4 Prozent.
Nimmt man als Maßstab die gesamte Feinstaubmenge, haben Diesel-Pkw einen Anteil 5,3 Prozent

"Vordringlich sind Partikelfilter für Lkw" regt der ARBÖ-Präsident an. Schließlich stoßen Lkw ein Vielfaches an Partikel aus, als einzelne Pkw. So stößt ein schwerer Lkw laut Umweltbundesamt innerorts 0,36 Gramm Partikel aus und damit das 18fache eines Pkw. Reisebusse und Linienbusse stoßen 28 Mal soviel Partikel aus als Pkw. Hier müsste man ansetzen. Der Umwelt und der Verkehrssicherheit zuliebe sollte man in Österreich wieder zur jährlichen "Pickerlprüfung" ("§57a-Wiederkehrende Begutachtung") zurückkommen. Damit wäre es möglich, die Abgaswerte zu warten und unnötigen Schadstoffausstoß durch falsch eingestellte Fahrzeuge zu vermeiden.

Die in der heimischen Feinstaubdiskussion oft erwähnten Fahrverbote müsse man sich näher anschauen. So sind in Südtirol nur fünf Prozent aller Fahrzeuge vom neuen zeitweiligen Fahrverbot betroffen. Dr. Schachter: "Ob solche Fahrverbote umweltmäßig der Weisheit letzter Schluss sind, muss sich erst weisen." Zur Information: In Bozen, Brixen und Bruneck wurde bis Ende März ein zeitweiliges Fahrverbot für alte Fahrzeuge verhängt. Über zehn Jahre alte Benzin- und Dieselfahrzeuge dürfen zu Stoßzeiten (in der Früh von 9 bis 11r, zu Mittag von 12 bis 14 und am Abend von 17 bis 19 Uhr) nicht ins Stadtzentrum fahren Für über zehn Jahre alte Lkw und Busse gilt dieses Fahrverbot den ganzen Tag über.

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