Schöpferische Zerstörung

"Presse"-Glosse vom 8.2.2005, von Hewi Schneid

Wien (OTS) - Eine Nation trauert. Nein, es ist weder ein beliebter Politiker (gibt's solche?) gestorben, noch eine tödliche Lawine durch einen Wintersportort gerollt - solche Schläge mögen uns erspart bleiben. Das Drama, das nicht nur bei den Akteuren (das würde man angesichts der millionenschweren Sponsorverträge grad noch verstehen) Tränen auslöst, sondern das Selbstbewusstsein der ganzen Alpenrepublik erschüttert, ist die Skiweltmeisterschaft und der bisherige Mangel an "Goldenen" für "uns".
Aber ständige "Österreich-Festwochen mit ausländischer Beteiligung" interessieren ohnehin niemanden mehr - genauso, wie Michael Schumachers zigster Formel-1-Erfolg niemand hinter dem Ofen hervor lockt. Für Großkonzerne wie Coca Cola ist die Abwechslung der einzige Grund, eine Ski-WM wieder als Werbeplattform zu nützen. Und ausländischen Gästen geht ein Ski-Streber Österreich auch auf die Nerven. Gibt's also auch hin und wieder einen Hänger, fließt doch ins Skiland Österreich mehr Geld. Und unsere Skifabriken profitieren ohnehin - solange Bode Miller und Co. auf rotweißroten Brettln siegen.
Der Ökonom Josef Schumpeter sprach von der "schöpferischen Zerstörung" als Motor für Innovationen und Wohlstand. Sehen wir es doch so - einfach sportlich.

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