NÖ Ärztekammer: Peinliche Entgleisung des NÖ Patientenanwaltes

Wien (OTS) - "Ich bin über die Aussagen des NÖ Patientenanwaltes Bachinger in einem Artikel des Kuriers vor einigen Tagen überaus verwundert. Bachinger spricht von 30 Beschwerden über die neue Chefarztpflicht - und behauptet in diesem Zusammenhang, das Management in den ärztlichen Ordinationen sei schlecht." so Dr. Lothar Fiedler, Präsident der NÖ Ärztekammer heute. "Wir hatten in den ersten Wochen nach der Verordnung durch die Gesundheitsministerin tausende (!) Beschwerden von Patienten - allerdings nie über ein schlechtes Management in der Ordination, sondern über die überfallsartige Unsinnigkeit der neuen Chefarztpflicht. Wenn der Patientenanwalt tatsächlich im Sinne der Patienten handelte, so wäre es seine Aufgabe gewesen, zeitgerecht und im Vorfeld die Gesundheitsministerin aufmerksam zu machen, dass eine derartige Regelung für die Patienten tatsächlich Schaden mit sich bringt. Nunmehr die Ärzte für sein teilweises Selbstversagen verantwortlich zu machen, zeugt von qualifizierter Unkenntnis", so der Ärztechef verärgert.

Bereits vor Monaten hat die NÖ Ärztekammer auf das vorprogrammierte Chaos durch die Chefarztpflicht-NEU hingewiesen. Allerdings wurden alle Warnrufe belächelt oder ignoriert. Über das tatsächliche Chaos der Verordnung wurde ja zu Jahresbeginn ausführlich in den Medien berichtet.

Dem permanenten Aufzeigen der Probleme und dem Druck der Ärzte ist es zu verdanken, dass seitens des Hauptverbandes reagiert werden musste und eine Regelung eingeführt wurde, die eine deutliche Entspannung - zumindest bis Ende März - sicherstellt. Die aufwendige und sinnlose Dokumentation wurde gestrichen - allerdings ist das Prozedere für die Bewilligungsverfahren chefarztpflichtiger Medikamente noch immer mühsam für Ärzte und Patienten.

Dr. Johann Jäger, Chef der Niedergelassenen Ärzte in Niederösterreich: "Vielleicht sollte sich der NÖ Patientenanwalt einmal die Mühe machen selbst einige Ordinationen vor Ort zu besuchen. Ich lade ihn herzlich dazu ein, die juristischen Büchern und Paragrafen zu vergessen und sich die Probleme der Menschen einmal in der Praxis anzusehen. Dann wird er mit Sicherheit nicht mehr vom schlechten Management in den Ordinationen sprechen, sondern vielmehr erkennen, dass hier für falsche Entscheidungen der Verantwortlichen nunmehr die Patienten die Folgen auszubaden haben. Von einem Anwalt der Patienten würde ich mir erwarten, dass er in der Lage ist, Verschlechterungen zum Schaden der Patienten schon vorab öffentlich aufzuzeigen und zu verhindern. Jenen, welche die Missorganisation und das verursachte Chaos auszubaden haben - nämlich den Ärzten und Ihren Patienten - die Schuld daran zuzuweisen, ist für den NÖ Patientenanwalt unwürdig", so der Allgemeinmediziner aus Weitersfeld abschließend.

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