Bauer: "Erfolkskonzept Mitbestimmung in einer globalisierten Welt"

Präsentation einer Studie des Zukunftsforum Österreich

Wien (SK) "Betriebliche Mitbestimmung und
Arbeitszufriedenheit stehen in starkem Zusammenhang. Eine funktionierende Mitbestimmung wirkt sich nicht nur auf individuelles Wohlbefinden, sondern auch auf Motivation, und Produktivität aus", so SPÖ-Abgeordneter Hannes Bauer, der als Vorsitzender des Zukunftsforum Österreich, Donnerstag in einer gemeinsam Pressekonferenz mit Projektleiterin Univ. Prof. Gudrun Biffl, die Ergebnisse einer aktuellen Studie zum Thema "Betriebliche Mitbestimmung und Arbeitszufriedenheit" präsentierte. "Wichtig ist die Reaktionsgeschwindigkeit der unmittelbaren Vorgesetzten, das stärkt die Identifikation mit dem Unternehmen", so Bauer zu den zahlreicher werdenden MitarbeiterInnen-Befragungen durch Unternehmen als neue Instrumente "abseits traditioneller, gesetzlicher Mitbestimmung". "Die Globalisierung bringt neue Modelle der industriellen Beziehungen nach Österreich, die Herausforderungen für die österreichischen Institutionen darstellen, so Biffl.****

Das Zukunftsform Österreich hat sich die Aufgabe gesetzt als überparteilicher, unabhängiger und gemeinnütziger Verein, Grundlagen zu aktuellen Themen zu erabeiten und so meinungsbildend zu wirken. Die vom Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank geförderte Studie untersuchte in diesem Sinn die Bedeutung betrieblicher Mitbestimmung als Erfolgsfaktor auf Grundlage einer Analyse von MitarbeiterInnenbefragungen aus zwei produktionsorientierten Betrieben, einer Untersuchung des Zusammenhanges zwischen betrieblicher Mitbestimmung und Arbeitszufriedenheit mittels leitfadenorientierter Interviews sowie einer österreichweiten Befragung von 518 ArbeitnehmerInnen.

Drei Viertel der befragten ArbeitnehmerInnen zeigten sich zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz und waren stolz auf ihr Unternehmen, hinsichtlich des Betriebsklimas bewerteten 80 Prozent ihre KollegInnen positiv. Auch der Arbeit der Betriebsräte wurde insgesamt ein gutes Zeugnis ausgestellt. Die Zufriedenheit mit dem Vorgesetzten, Mitwirkungsmöglichkeiten bei Entscheidungen und Verwirklichung eigener Ideen am Arbeitsplatz wurden aber nur mehr von 40 Prozent positiv evaluiert. Ein auffallendes Ungleichgewicht bestand bei der Bewertung der Aufstiegsmöglichkeiten: Drei Viertel der Befragten hielten einen Aufstieg für sehr wichtig aber nur ein Drittel sah für sich Aufstiegschancen.

"Unmittelbare Vorgesetzte bestimmen wesentlich die Einstellung zur Gesamtleitung des Unternehmens. Der Führungsstil wird genau registriert", präzisierte Bauer. Besonders wichtig für die Arbeitszufriedenheit sei vor allem die "wahrgenommene Effektivität", also wie ernst etwa die Ergebnisse von MitarbeiterInnenbefragungen vom Management genommen würden, so Bauer. Dabei zähle nicht so sehr der formelle Aspekt, sondern das subjektive Gefühl der MitarbeiterInnen, führte Bauer aus. Dies fördere ein positives Betriebsklima und damit die Produktivität, aber reiche auch in den privaten Bereich hinein, da der Arbeitsplatz noch immer als "einer der wichtigsten Lebensbereiche empfunden werde": "das senkt die sozialen Kosten", so Bauer. Eine funktionierende betriebliche Mitbestimmung fördere die Produktivität nicht nur über die Reduktion von Krankenständen und Fluktuation, sondern nütze auch das "kreative Potential der MitarbeiterInnen voll aus, strich Bauer heraus. Eine "funktionierende Mitbestimmung ist ein Erfolgskonzept für die Zukunft österreichischer Unternehmen", so Bauer.

Biffl betonte die Herausforderung der Globalisierung hinsichtlich der industriellen Beziehungen: "Die Globalisierung bringt neue Modelle der industriellen Beziehungen nach Österreich, die Herausforderungen für die österreichischen Institutionen darstellen." Da internationale Unternehmen ihre Unternehmenskultur nach Österreich brächten, würden immer öfter traditionelle österreichische Formen der Zusammenarbeit von Belegschaft und Management in den Hintergrund treten, erläuterte Biffl und wies auf das "Fairness-Komitee"-Modell hin, dassin Teilen des österreichischen Automobil-Clusters bereits das Betriebsräte-Modell verdrängt habe. Diese neuen Formen der betrieblichen Organisation müssten in Zukunft verstärkt untersucht werden, so Biffl. (Schluss) fa

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