Österreicher wollen ihre Medikamente aus der Apotheke

Apotheker und Ärzte: Drogeriemärkte keine Alternative bei der Abgabe von Arzneimitteln - Gesundheitsministerium: Medikamente nicht aus dem Drogeriemarkt

Wien (OTS) - Die österreichische Bevölkerung spricht eine klare Sprache: "Medikamente will man nur aus der Apotheke beziehen". Damit erteilen die Österreicherinnen und Österreicher der Drogeriemarktkette "dm" eine eindeutige Abfuhr bei dem Ansinnen, in den Filialen Medikamente verkaufen zu wollen. Nur um den stagnierenden Umsatz anzukurbeln, will die Drogeriemarktkette "dm" rezeptfreie Medikamente verkaufen. Das ist gesetzlich nicht erlaubt. Auch Ärzte fordern: Arzneimittel gehören in die Hände von Fachleuten.

93% der Österreicher wollen Medikamente vom Apotheker

Die Apotheker als Arzneimittelexperten und Nahversorger im Gesundheitsbereich sind für die Österreicher und Österreicherinnen unverzichtbar. Das belegt eine Umfrage, die das Institut für Sozialmedizin im September 2004 veröffentlicht hat. Demnach erachten es 93 Prozent der Befragten als "sehr wichtig" oder "wichtig", ihre Medikamente durch den Apotheker zu erhalten. Exakt 92,5 Prozent der Befragten empfinden die Beratung durch die Apotheker als "sehr gut" oder "gut". Zwei Drittel aller Beratungsgespräche in den Apotheken dauern zwischen vier und zehn Minuten.

Ärzte fordern: Arzneimittel gehören in die Hände von Fachleuten

Auch Österreichs Ärzte sprechen sich klar gegen die Bestrebungen der Drogeriemarktkette "dm" aus und lehnen Medikamente aus dem Supermarkt eindeutig ab. In einer Umfrage des Meinungs- und Marktforschungsinstituts Fessel-Gfk unter 100 Ärzten in Österreich fordern 93 Prozent: Arzneimittel gehören in die Hände von Fachleuten. 89 Prozent befürchten durch die Verfügbarkeit von Medikamenten in Drogeriemärkten eine vermehrte Einnahme von Medikamenten durch die Bevölkerung. Und 84 Prozent glauben, dass Arzneimittelsicherheit durch den Drogerieverkauf nicht mehr gewährleistet wäre. Die österreichischen Gesundheitspolitiker sollten derartige Pläne verhindern, meinen 80 Prozent.

Mag. Leopold Schmudermaier, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer: "Arzneimittel sind nicht mit dem Warensortiment eines Supermarktes vergleichbar. Nur ausgebildete Apotheker garantieren einen gewissenhaften und korrekten Umgang mit Medikamenten. Hier kommt es auf die umfassende Qualifikation an. Es darf auch nicht jeder, der will, ein Flugzeug fliegen sondern nur der, der eine Ausbildung als Pilot hat."

Dreimal soviel Apotheken wie dm-Filialen - 400 Apotheken rund um die Uhr

Der österreichischen Bevölkerung stehen insgesamt 1170 öffentliche Apotheken zur Verfügung. Mehr als die Hälfte der öffentlichen Apotheken befindet sich am Land und in Kleinstädten, womit die Apotheken eine wichtige Rolle als Gesundheits-Nahversorger erfüllen. "Eine geordnete und gesicherte Arzneimittelversorgung ist zentrales Interesse der österreichischen Gesundheitspolitik, diesem Auftrag kommen die Apotheker nach", so Schmudermaier. Die Apotheken zeichnen sich durch einen organisierten Bereitschaftsdienst rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr aus. Täglich sind österreichweit 400 Apotheken auch während der Nacht und an Feiertagen dienstbereit. Alleine die Anzahl der Nachtdienst-Apotheken ist höher als alle dm-Filialen in ganz Österreich zusammen.

Gesundheitsministerium: Medikamente nicht aus Drogeriemärkten

Die Experten sind sich einig: Bei der Einnahme von Medikamenten muss umfassend und eingehend beraten werden. Diese Funktion können nur Fachleute wie Apotheker oder Ärzte erfüllen. Die ungeregelte Abgabe von Medikamenten würde potentiellem Missbrauch Tür und Tor öffnen. Aus Konsumentenschutzgründen schreibt der Gesetzgeber deshalb vor, dass Medikamente in Österreich grundsätzlich nur über Apotheken oder hausapothekenführende Ärzte abgegeben werden dürfen.

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