Skifahrer und Snowboarder für sich selbst die größte Gefahr

93 Prozent aller Wintersportunfälle resultieren aus Einzelstürzen. Die Gründe: Selbstüberschätzung, mangelnde Kondition und nur durchschnittliches Können

Wien (OTS) - Nicht schneidende Pistenrowdies, schlechte
Absicherung oder gewaltige Lawinen haben die meisten Wintersport-Unfallopfer auf dem Gewissen, sondern die Skifahrer und Snowboarder selbst, warnt das Institut Sicher Leben. Von den rund 86.000 Personen, die sich jährlich auf Österreichs Pisten verletzen, sind etwa 80.000 selbst schuld an ihrem Unglück. Frei nach dem Motto "Wer bremst, verliert" ignorieren viele ihre mangelnde sportliche Fitness und unausgereiften Fahrkünste. Das Ergebnis: Stürze, bei denen oft Knochen brechen und Bänder reißen. Drei von vier verletzten Ski- und Snowboardfahrern müssen jährlich ins Krankenhaus und verbringen anschließend nicht einem Urlaub auf Bretteln sondern einen im Gipsverband.

Übermut tut selten gut

Das Fahren an der Grenze der eigenen Fähigkeiten bringt selbst die geübtesten Schneefans zu Fall. Übermut und zu hohe Geschwindigkeit zählen mit 37 Prozent aller Skiunfälle und 62 Prozent aller Snowboardunfälle zu den häufigsten Unfallursachen im Pistensport. Ermüdung und mangelnde Konzentration wurde jedem fünften Skiunfallopfer zum Verhängnis, gefolgt von Ungeübtheit und zu wenig Erfahrung (14 Prozent). Diese Zahl wird von den "Boardern" noch überboten: Obwohl sich Snowboarding bereits seit einigen Jahren als beliebte Wintersportart etabliert hat, sind nach wie vor 19 Prozent aller Unfälle auf mangelnde Übung zurückzuführen.

Augen zu und durch

Geschwindigkeitsrausch und halsbrecherische Stunts im Schnee - die Kamikazefahrer auf einem oder zwei Brettln leben zwar gefährlich, sind jedoch nicht Risikogruppe Nummer Eins auf der Piste. Mehr als 80 Prozent aller Wintersportler zählen zu den so genannten "Rutschern" -jene, die sich mit eher mittelprächtigen Fahrkünsten ins Tal kämpfen. Sie sind laut Sicher Leben-Leiter Dr. Rupert Kisser auch mit dem größten Risiko behaftet: "Diese Menschen fallen oft der Überschätzung des eigenen Fahrkönnens und der persönlichen Fitness zum Opfer. Schwierige Situationen werden unterschätzt, und wenn der Körper übermüdet ist, machen sich Ski und Snowboard selbstständig." In den Nachmittagsstunden steigt das Unfallrisiko - nicht zuletzt durch die schlechteren Pistenverhältnisse - sogar um mehr als die Hälfte. Kisser: "Obwohl viele Unfallopfer im übrigen Jahr sportlich eher wenig aktiv sind, wird dem Körper auf der Piste plötzlich alles abverlangt. Die meisten verzichten auf wichtige Pausen oder überschätzen sich bei der Pistenwahl." Hinzu kommen teilweise schlecht gewartete Sportgeräte - etwa abgenützte Skikanten, die auf Eisplatten keinen Halt geben, oder falsch eingestellte Bindungen.

Besser runter kommen

Schulbank drücken - Fahrkünste perfektionieren: "Ein Tag mit einem Ski- oder Snowboardlehrer kann das Fahrvergnügen deutlich bessern und nicht zuletzt das Unfallrisiko minimieren.", empfiehlt Kisser. Die Zauberformel heißt "Grenzen kennen, Können ausbauen, Risiken abschätzen." In jedem Fall ist man jedoch gut beraten auf seinen Körper zu hören: Wer sich müde und schlapp fühlt, sollte den Skitag lieber rechtzeitig mit einem Einkehrschwung beenden. Mehr Infos zum sicheren Pistenvergnügen gibt es unter www.sicherleben.at/safer-snow-more-fun.

Wien, 03.02.2005

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