SKIDIEBSTÄHLE HABEN HOCHSAISON

Während der Wintersportsaison von Dezember bis April wird in Österreich alle 30 Minuten ein Paar Ski gestohlen - Skischlösser können Abhilfe schaffen

Wien (OTS) - Rund 9.400 Mal schlagen sie pro Skisaison zu. Sie arbeiten leise, unauffällig und mit denkbar einfachen Methoden. Denn Tatorte findet man, soweit das Auge reicht: abertausende unabgesicherte und unbeaufsichtigte Sportgeräte vor den heimischen Skihütten und -liften. Moderne Bindungen ermöglichen innerhalb von wenigen Sekunden ein Anpassen an den eigenen Skischuh - das wissen auch Skidiebe. Zum Leid der Urlauber - denn zum einen erwartet den Bestohlenen ein mühsamer Abstieg in Skischuhen, zum anderen ist die Chance, die eigenen Bretteln wiederzubekommen, äußerst gering.

"Besonders jetzt, in der Ferienzeit, hat Skidiebstahl Hochsaison!", warnt DI Bernhard Noll, Leiter des Instituts für technische Sicherheit (ITS). Von Dezember bis April wird österreichweit alle 30 Minuten ein Paar Ski gestohlen, der dabei entstandene Schaden beläuft sich auf rund vier Millionen Euro. Auch fingierte Diebstähle - also absichtlicher Betrug des Skiverleihs - sind keine Seltenheit.

Tirol hat dabei, als eines der beliebtesten Skitourismuszentren, mit 58 Prozent aller Diebstähle die Nase besonders weit vorne, gefolgt von Salzburg mit 29 Prozent. Dem gegenüber steht eine eher magere Aufklärungsquote von zwei Prozent aller Fälle in ganz Österreich.

Skistall nur für Hotelgäste - mehr verschließbare Skiständer

Vor allem Gastronomie- und Hotelbetriebe müssen Urlaubern mehr Service in Sachen Skisicherheit bieten, fordert der Sicherheitsexperte. Beispielsweise sollten nur Gäste Zugang zum Skistall haben - dieser kann zusätzlich mit einer Videoüberwachung ausgerüstet werden. Hütten, Schirmbars und Liftstationen sollten ausreichend verschließbare Skiständer bereitstellen. Ebenfalls sind Skigebiete aufgerufen, das Angebot so genannter Skidepots zu erweitern. Hier haben sich vor allem Schranksysteme, die mit Trocknungsmöglichkeiten für Skischuhe gekoppelt sind, als beliebt erwiesen. Auch Verleihfirmen können Urlauber und sich selbst schützen: "Am besten Wintersportgeräte nur gemeinsam mit Seilschlössern ausgeben - das ist praktisch und wirkt zugleich abschreckend", empfiehlt Noll.

Urlauber sollten Angebot unbedingt nutzen!

Auch wenn derzeit die wenigsten Skiställe ausschließlich Gästen zugänglich sind, sollte man während der Nacht vom Skikeller des Gast-oder Hotelbetriebes Gebrauch machen. Zusätzlich bieten einige Liftstationen Skidepots oder versperrbare Skiständer an, die Langfingern das Handwerk erschweren. Für die Reise empfiehlt sich die Verwahrung in verschließbaren Dachboxen. Aber auch auf der Piste stellen etwa Skischlösser ein nicht unerhebliches Handicap für potenzielle Täter dar. Noll: "Snowboards oder Skier können genau wie Fahrräder einfach am Ständer festgekettet werden." Wer kein Nummernschloss dabei hat, kann von einem simplen Trick Gebrauch machen: "Stellen Sie die Skier einfach getrennt ab. Ein Dieb hat keine Zeit, aus den vielen Skiern die zwei passenden heraus zu suchen."

Wien, 3. Februar 2005

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