Schwerarbeit-GBH: Offener Brief an BM Haubner

GBH-Schwerarbeitsstudie beweist dringenden Handlungsbedarf

Wien (GBH/ÖGB) - Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) übermittelte der Bundesministerin für soziale Sicherheit und Generationen, Ursula Haubner, anlässlich ihres Amtsantritts neuerlich die Schwerarbeitsstudie, die von GBH und AK Wien im Sommer 2004 vorgestellt wurde. Verbunden damit wird BM Haubner in einem offenen Brief aufgefordert, rasch eine sozial verträgliche Lösung für die SchwerarbeiterInnen zu finden - die Studie zeigt den dringenden Handlungsbedarf deutlich auf. Auch die exorbitante Erhöhung der Zahl der Neuzugänge in die Invaliditätspension um 50 Prozent spricht eine deutliche Sprache: Sehr viele dieser InvaliditätspensionistInnen stammen aus dem Baubereich mit seinen schweren beruflichen Belastungen. ++++

Der offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Bundesminister!

In Ihrer Antrittsrede als Bundesministerin im Parlament haben Sie die Schwerarbeitsregelung als eines Ihrer vordringlichsten Anliegen dargestellt.

Gerne übermitteln wir Ihnen daher anbei noch einmal die von WIFO und FORBA durchgeführte Studie zur Schwerarbeit, die die Gewerkschaft Bau-Holz gemeinsam mit der Arbeiterkammer Wien in Auftrag gegeben hat.

Diese Studie zeigt eindrucksvoll den dringenden Handlungsbedarf:
SchwerarbeiterInnen haben ein deutlich erhöhtes Risiko, eine Berufskrankheit oder berufsbedingte Erkrankung zu erleiden, ebenso haben Sie ein deutlich erhöhtes Arbeitsunfall-Risiko und eine kürzere Lebenserwartung.

Gerade die BauarbeiterInnen, die auch von der Pensionsreform des Jahres 2003 am schwersten betroffen sind, haben auch durch das Fehlen einer sozial gerechten Schwerarbeitsregelung die größten Belastungen zu tragen. Es ist ihnen auf Grund ihrer schwersten Arbeitsbelastungen, darunter schweres Heben und Tragen, Lärm- und Staubbelastungen, Stress, Unfallgefährdung, Belastungen durch Witterungsbedingungen, chemische Stoffe uvm., körperlich und gesundheitlich nicht möglich, bis zum 65. Lebensjahr zu arbeiten.

Hier muss rasch eine Lösung gefunden werden, die es diesen Menschen ermöglicht, ohne Abschläge früher in Pension gehen zu können.

Wir sind überzeugt, dass die Ergebnisse der Schwerarbeitsstudie Sie dabei unterstützen können, rasch eine sozial verträgliche Lösung der Schwerarbeitsfrage herbeizuführen, die ohne Abschläge und Zugangsbeschränkungen auskommt.

Mit freundlichen Grüßen

LAbg. Johann Driemer
Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz
Vizepräsident des ÖGB

ÖGB, 3. Februar
2005
Nr. 63

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