"Neues Volksblatt" Kommentar: "Befund" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 3. Februar 2005

Wien (OTS) - =

Vor fünf Jahren glaubte die SPÖ es reiche, lautstark
das Lied von der bös-rechten FPÖ zu singen, um mit Hilfe des Auslandes die Regierung Schüssel 1 rasch zu Fall und sich selbst zurück ins Regierungsbett zu bringen. Nach fünf Jahren Schwarz-Blau weiß man zweierlei: Die Sanktionierer wollen von ihrer blamablen Haltung nichts mehr wissen und die SPÖ würgt immer noch am Oppositionsstatus. Und das mit einem alles andere als parteiintern unumstrittenen Vorsitzenden, der es nur der Wende des Jahres 2000 zuschreiben kann, dass es ihn als Kompromiss an die Parteispitze gespült hat.
Die von der SPÖ aus Sorge um die Sicherheit Österreichs beantragte morgige Parlamentssondersitzung kommt jedenfalls gerade recht zum Jubiläum des fünfjährigen schlecht Redens jeglicher Regierungsarbeit. Denn da darf sich die SPÖ sagen lassen, dass heute richtig wäre, was sie im Jahr 2000 als falsche Methode angewandt hat: nämlich das Ausland um ein Urteil über Österreich zu bitten. Aber der Befund der Neuen Zürcher Zeitung, die von einer "Erfolgsgeschichte" Österreichs schreibt, war ja auch hier zu Lande vielfach zu lesen.

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