Landauer: Retardierte Morphine in Drogensubstitution verbieten!

Drogensüchtige werden von Heroin- in Opiatabhängigkeit getrieben

Wien (OTS) - Wien, 2005-02-02 (fpd) - Das Verbot der Abgabe retardierter Morphine in der Drogensubstitution forderte heute die Gesundheitssprecherin der Wiener Freiheitlichen, Stadträtin Karin Landauer, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Allgemeinmedizinerin Dr. Margarete Groß, die seit Jahren die größte Zahl an Suchtgiftkranken in Wien betreut.

Landauer betonte, dass Wien die lockerste Abgabepraxis von retardierten Morphinen wie Substitol habe und dadurch ein reger Schwarzmarkthandel entstehe. "Viele Substitutionspatienten suchen mehrere Ärzte gleichzeitig auf, erhalten eine hohe Menge an Morphinen und verkaufen diese weiter. Wie bei der fehlenden sozialen Begleitung von Substitutionspatienten ist hier der Wiener Drogenkoordinator Michael Dressel seit Jahren säumig. Auch der Drogenbeauftragte der Stadt Wien Dr. Alexander David ist gefordert, sein Wissen einzubringen, da auch er keine retardierten Morphine verschreibt".

Weiters verwies die FP-Stadträtin auf einen Erlass des Gesundheitsministeriums an die Landeshauptleute vom 1.1.2005, der darauf abziele, die missbräuchliche Abgabe von retardierten Morphinen zu reduzieren und so einen Missbrauch möglichst zu verhindern. "Dieser Erlass wurde in Wien bis heute nicht an Ärzte, Apotheken und Einrichtungen der Drogenhilfe nicht weitergeleitet", kritisierte Landauer.

Dr. Margarete Groß, die keine derartigen Mittel verabreicht, erklärte, dass Österreich neben Slowenien und Bulgarien das einzige Land sei, dass diese Morphinpräparate als Drogenersatzmittel zugelassen habe. Während man in Deutschland die Zulassung abgelehnt habe, halte man in Österreich weiterhin an diesem sehr umstrittenen Weg fest. "Durch diese Drogenersatz-Behandlung werden Menschen nicht von Heroin weggebracht sondern in die Opiatabhängigkeit getrieben. Diese ist zerstörerisch und kann tödlich enden. Von diesem Stoff ist es wesentlich schwieriger wieder wegzukommen, als von Methadon. Wir wollen die Menschen von ihrer Drogensucht wegbekommen und sie nicht mit retardierten Morphinen mutwillig verlängern".

Groß betonte weiters, dass durch die intravenöse Verabreichung von Kapseln schwerste körperliche Schäden entstehen würden. "Viele Süchtige sind "spritzengeil" und nehmen das Mittel auf diesem Wege ein".

Auch der wirtschaftliche Aspekt dürfe nicht vernachlässigt werden, da es sich bei diesen Medikamenten um sehr teure (geschätzter Umsatz 10 Millionen Euro) handle. "Die Wiener Gebietskrankenkasse ist gefordert, diese Mittel zum Drogenersatz nicht mehr zu bezahlen. Drogentherapie kann auch ohne derartige gefährliche Medikamente mit hoher Missbrauchsgefahr und damit verbundenen Organschäden und letalen Folgen erfolgreich sein", so Groß und Landauer abschließend. (Schluss) lb

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