Kommentar: "Zwölf Jahre" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 2. Februar 2005

Linz (OTS) - Die Debatte um Schulreformen droht schon wieder aus
den Fugen zu geraten. Im Begriffs-Verwirrspiel um Ganztagsbetreuung, Ganztagsschule oder gemeinsame Schule bis zu 14 Jahren hat nun Österreichs PISA-Koordinator Günter Haider mit der Überlegung einer zwölfjährigen Schulpflicht ein neues Mosaiksteinchen eingebracht. Dass dieses zielführend ist, darf bezweifelt werden. Der Ansatz vergisst nämlich einmal mehr, dass Schulpflicht und Schulbesuch allein noch lange keine Garantie für einen erfolgreichen Bildungsweg darstellen. Es gilt sich der Tatsache zu stellen, dass es eben junge Menschen gibt, die in schulischen Ausbildungsschienen einfach fehlbesetzt, deswegen aber noch lange nicht untalentiert und der Erfolglosigkeit ausgeliefert sind.
Wenn die geplante (und nötige) Schulreform sich wiederum nur in Strukturdebatten und Debatten um Verfassungsmehrheiten erschöpft, wird PISA-Sieger Finnland mit Sicherheit auch weiter klar vor Österreich liegen. Denn der Erfolgsschlüssel heißt einfach: jeden Schüler möglichst individuell - bei Stärken und bei Schwächen - zu unterstützen. Darin liegt wirklich die Qualität.

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