SP-Klubobmann Dr. Karl Frais: Bauchladenpolitik ist keine seriöse Antwort auf PISA-Probleme

Frais: "Husch-Pfusch-Vorschläge von Pühringer, Rossmann und Gehrer sind abzulehnen".

Linz (OTS) - Für eine professionelle Problemaufarbeitung der österreichischen PISA-Probleme tritt SP-Klubobmann Dr. Karl Frais ein. "Die polittaktischen Schnellschüsse von Pühringer, Rossmann und Gehrer gehen allesamt an einer seriösen Problemlösung vorbei und sind für die Aufarbeitung der PISA-Probleme kontraproduktiv. Wenn Lehrer am Nachmittag in den Klassenzimmern als Aufsicht sitzen müssen, dann werden die Schüler deshalb nicht mehr und besser lernen. Ebenso ist es unsinnig, für die Finanzierung moderner Bildungseinrichtungen die ohnehin finanziell überlasteten Gemeinden in die Pflicht zu nehmen oder die PISA-Probleme auf Kinder ausländischer Herkunft zu reduzieren", so Frais. Die SPÖ will durch das PISA-Forum im Landtag und eine Bildungstour durch Oberösterreich das Thema Bildung auf breiter gesellschaftlicher Basis diskutieren und nach umfassender Analyse klare bildungspolitische Ziele festlegen. "Ein Hauptproblem unseres aktuellen Bildungssystems ist es, dass viele Kinder durch Prüfungsstress und Notendruck Angst vor der Schule entwickeln. Wir müssen daher - vor allem in der Primärstufe - eine ‚Schule der Freude' schaffen, die Kindern mit Lesen, Schreiben und Rechnen die elementaren Kulturtechniken mit späterem entwicklungsgerechten Einbau von Informationstechnologie vermittelt".

"Nur zirka 9 Prozent der bei PISA getesteten österreichischen SchülerInnen sind nicht in Österreich geboren - jedoch allein die Leserisikogruppe umfasst 20 Prozent der SchülerInnen. Viele dieser SchülerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache sind aber schulisch sehr motiviert und schaffen es vorhandene Sprachdefizite rasch auszugleichen, weil sie in der Schule eine Chance für ihre Zukunft sehen. Es ist daher falsch die PISA-Probleme so einfach auf SchülerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache zu reduzieren -schließlich ist Österreich auch in Mathematik und Naturwissenschaften im PISA-Ranking massiv abgestürzt", argumentiert Frais.

Der SP-Klubchef ist sicher, dass die in einem neuen erfolgreichen österreichischen Bildungssystem einige Eckpunkte erfüllt sein müssen:
"Die SchülerInnen brauchen ein Höchstmaß an individueller Förderung, so dass Leistungsstarke besser und Leistungsschwache gut werden. Die Selektion der SchülerInnen mit 10 Jahren ist zu früh und führt dazu, dass viele SchülerInnen, die keine Möglichkeit haben in die AHS aufzusteigen, in einen Automatismus der Schulpflichterfüllung verfallen. Das politische Ziel für Österreich muss es sein, allen SchülerInnen gleiche Bildungschancen zu geben, Schwächen zu beseitigen und Begabungen zu fördern".

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