PSK verrechnet pro Buchungsvorgang 11 Cent

AKNÖ kritisiert Gebührenpraxis der PSK

Wien (AKNÖ) - Die PSK ist die einzige Bank in Österreich, die für jede Buchung im Inlands-Zahlungsverkehr von den Mitbewerber-Banken zusätzlich 11 Cent einhebt. Manche Banken stellen diese 11 Cent ihren Kunden in Rechnung, andere "schlucken" den Betrag. Tatsache ist, dass sich die PSK auf diese Weise seit den 70er Jahren ein Körberlgeld in Millionenhöhe erwirtschaftet hat. Die Konsumentenschützer der AKNÖ fordern die PSK nun auf, diese Praktiken umgehend einzustellen.

Als Thomas O. kürzlich seine Girokontoauszüge kontrollierte, wurde er stutzig. Er hat über sein Konto bei der Raiffeisenkasse Geld auf ein PSK-Empfängerkonto überwiesen. Für den Buchungsvorgang wurde ihm von seiner Bank eine sogenannte PSK-Gebühr von 11 Cent verrechnet. "Da ich ohnehin Kontoführungsgebühren und Zeilengebühren zahle, überrascht mich diese Abbuchung", so Thomas O. Er wandte sich - wie etliche andere KonsumentInnen auch - an die NÖ Arbeiterkammer.

Fragliche gesetzliche Grundlage

AKNÖ-Konsumentenberater Ernst Hafrank fragte bei der PSK nach. Ihm wurde mitgeteilt, dass fast alle österreichischen Banken bei der PSK ein Konto für die Verrechnung von Umsätzen im Zwischenbankverkehr führen. Das sei Voraussetzung, um Zahlungen von der PSK an die jeweilige Bank bzw. von der Bank an die PSK abzuwickeln. Für die Kontoführung verrechnet die PSK den anderen Banken pro Buchungsvorgang 11 Cent. Dieses Entgelt wurde laut Auskunft der PSK Ende der 70er Jahre eingeführt und betrug damals einen Schilling, wurde 1989 auf 1,50 Schilling erhöht und beläuft sich nun auf 11 Cent. Im PSK-Gesetz sucht man allerdings vergebens nach einer klar definierten Grundlage für diese Geschäftspraxis. Es bleibt zu vermuten, dass dieses Sonderentgelt in den Kontobedingungen zwischen der PSK und den Konkurrenzbanken geregelt wurde. Jedenfalls besteht diesbezüglich keine vertragliche Verbindung zwischen der PSK und den Endverbrauchern.

Pro Buchungsvorgang 11 Cent

Manche Banken stellen ihren Kunden diese 11 Cent in Rechnung, andere "schlucken" die Summe. "Wenn man bedenkt, dass dieses Entgelt seit knapp drei Jahrzehnten eingehoben wird und berücksichtigt, wie viele Überweisungen über PSK-Konten erfolgten - beispielsweise die Zahlung von Telefongebühren oder Verwaltungsabgaben - ergibt das für die PSK ein Körberlgeld von einigen Millionen Euro seit den 70er Jahren", sagt AKNÖ-Konsumentenberater Ernst Hafrank. Mit Dezember 2000 wurde die im Staatsbesitz befindliche PSK verkauft. Auch aus diesem Gesichtspunkt erscheint es unverständlich, dass der Sonderstatus der PSK als nunmehriger Teil einer Privatbankengruppe in Sachen Kontoentgelt noch immer aufrecht erhalten wird. Auf Anfrage der AKNÖ teilte die PSK mit, dass geplant sei, die Verrechnung der 11 Cent noch im Laufe des Jahres 2005 einzustellen. "Mit so einer vagen Ankündigung ist den Konsumenten nicht gedient, wir verlangen eine unumstößliche Festlegung. Denn es ist nicht einzusehen, dass Banken und letztendlich Konsumenten jahrzehntelang für etwas zur Kasse gebeten werden, wofür andere Banken und Sparkassen kein Entgelt einheben und wofür die gesetzliche Grundlage fraglich erscheint", stellt AKNÖ-Präsident Josef Staudinger fest.

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