JEDER ZWEITE LENKER ANIMIERT ZUM AUTOEINBRUCH

Oft unterschätzte Gefahr: Wertgegenstände im abgeschlossenen Auto sind eine Einladung für Einbrecher warnt das Institut für technische Sicherheit

Wien (OTS) - Österreichs Autofahrer haben allen Anschein nach großes Vertrauen in die Sicherheit ihrer PKW-Schlösser. Laut einer aktuellen Erhebung des Institutes für technische Sicherheit werden in flinke Langfinger auf ihrer Suche nach Wertgegenständen und Bargeld in beinahe jedem zweiten parkenden Auto fündig - von teurer Bekleidung über CDs bis hin zu Taschen ist alles dabei. Sogar elektronische Geräte, Laptops, Handys und Geldbeträge über zehn Euro sind keine Seltenheit. "Für Täter ein wahres Paradies", warnt DI Bernhard Noll, Leiter des Instituts für technische Sicherheit (ITS).

Denn ein Auto ist schnell geknackt. Profis benötigen für diesen Vorgang knappe fünf Sekunden - schon ist der Wagen offen. "Doch auch weniger Geübte haben für ihr Vorhaben freie Bahn", schildert der ITS-Experte, "Sie schlagen einfach die Scheibe ein. Selbst in stark frequentierten Straßen ist das keine Seltenheit."

Die Zahl der Autoeinbrüche und -diebstähle steigt rasant. Österreichweit wurden im Jahr 2003 laut Angaben der Sicherheitsbehörden knapp 54.000 Fahrzeuge aufgebrochen, in mehr als 48.600 Fällen (+34 Prozent seit 2002) ging es dabei in erster Linie um die darin befindlichen Wertgegenstände bei allen übrigen Straftaten (+40 (!) Prozent seit 2002) wurde das Fahrzeug selbst entwendet. Kein Wunder, wenn man darauf achtet, was flinken Fingern nahezu auf dem silbernen Tablett präsentiert wird. Jacken und andere Kleidungsstücke lachen den potenziellen Tätern laut ITS-Erhebung in jeder sechsten Fahrgastzelle entgegen, gefolgt von Hand-, Akten- oder Reisetaschen (jede siebente). Musikliebhaber stoßen in beinahe jedem elften PKW auf eine umfangreiche CD-Sammlung - Handys, PDAs, Laptops und andere elektronische Geräte werden in jedem 19ten Auto unachtsam und für jeden offensichtlich verwahrt.

Laut ITS-Untersuchung stoßen Autoknacker am späten Nachmittag zwischen 16 und 18 Uhr auf die "ertragreichste" Ausbeute - hier wird man in jedem zweiten Auto fündig, knapp gefolgt von den Abendstunden zwischen 19 und 22 Uhr.

Diebstahlsicherung im Auto Mangelware

Nicht genug, dass knapp die Hälfte der Autofahrer ihren Mitmenschen in Sachen Taschendiebstahl blind vertraut - die wenigsten sind für den Ernstfall gerüstet. Im Gegenteil: sieben von 1.000 Fahrzeugen geben Langfingern - in Form eines geöffneten Fensters -noch eine zusätzliche Einladung. Nur knapp 14 Prozent aller untersuchten PKW sind mit einer Alarmanlage ausgestattet. Ein minimaler Anteil aller Lenker (0,13 Prozent) sichert ihr Auto mit einer abschreckenden Lenkradsperre. Für Sicherheitsexperten ein alarmierender Zustand. Noll: "Wer sein Eigentum schützen will, muss sich vor Augen führen, dass die Verwahrung im Auto so gut wie kein Hindernis darstellt." Prinzipiell sollten Wertsachen niemals -insbesondere nicht für andere offensichtlich - im PKW zurückgelassen werden. Zusätzlich sollte man auch bei kurzen Stopps darauf achten, dass alle Fenster geschlossen und die Türen des Fahrzeugs verriegelt sind.

Übrigens: Im Bundesländerranking erwiesen sich die oberösterreichischen Lenker als besonders vertrauensselig. Bei 85 Prozent aller untersuchten PKW wurden in der Fahrgastzelle offensichtlich plazierte Wertsachen entdeckt.

Hinweis für die Redaktion: Auf Anfrage erhalten Sie gerne Zahlen für Ihr Bundesland!

Wien, 1. Februar 2005

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