Die Zivildienstreform ist gelungen!

Als vernünftigen Vorschlag betrachtet die Lebenshilfe Österreich die Empfehlung der Zivildienstkommission einer Verkürzung des Zivildienstes auf "9 plus 3" Monate.

Wien (OTS) - "Bei dieser Empfehlung wurde beiden Parteien Rechnung getragen. Einerseits widerfährt im Zuge der Heeresreform auch den Zivildienern die proportionale Gerechtigkeit. Auf der anderen Seite wurde Rücksicht auf die NPO´s und den notwendigen sozialen Dienst in der Gesellschaft genommen. Mit diesem Vorschlag kann die Lebenshilfe Österreich leben", meint Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber. "Die Anforderungen in der Arbeit für Menschen mit Behinderungen sind mit diesem Vorschlag zu erfüllen. Es ist damit ein vernünftiger Vorschlag, der hier unterbreitet wird", lautet die Stellungnahme von Dr. Heinz Werner Blum, Geschäftsführer der Lebenshilfe Vorarlberg und Vizepräsident der Lebenshilfe Österreich.

Aus vielerlei Gründen ist der Einsatz von Zivildienern in der Arbeit mit und für Menschen mit Behinderung nicht mehr wegzudenken. "Die Qualität der Betreuung könnte nicht aufrechterhalten werden, wenn die Unterstützung durch Zivildiener fehlte", so Blum. "Sollte der Zivildienst zur Gänze wegfallen, dann müsste eine Form eines freiwilligen Dienstes als Nachfolgelösung dringend angedacht werden."

Nicht in erster Linie wegen der Kostenfrage kommt die Lebenshilfe Österreich allerdings zu dieser Einschätzung. Die überwiegende Mehrheit der Zivildiener stuft diese Zeit in einer Sozialeinrichtung nämlich als "Soziales Lernen" ein und schätzt die wertvollen Erfahrungen. Dadurch kann ein Engagement entstehen und somit in einigen Fällen ein Schritt in die Sozialbetreuungsausbildung gesetzt werden. Eine Zivildienstzeit von 9 Monaten vorzuschlagen ist schon deswegen richtig, da es vor allem die Ausbildungsleistungen zu Beginn sind, die erst einmal viel Zeit in Anspruch nehmen.

Zwischen Menschen mit Behinderungen und Zivildienern entstehen oftmals Bindungen, die lange über die Zivildienstzeit hinaus andauern. Die Beziehungen zwischen den betreuten Personen und den Zivildienern sprechen alleine schon für diese Mindestdauer.

"Wert und Bedeutung des Zivildienstes müssen auch finanziell und ideell ausgedrückt werden können. Es ist daher dringend zu überlegen, wie höhere Geldleistungen und ideelle Anerkennungen möglich sind. Zugangserleichterungen zu bestimmten Ausbildungen und Anreize für die freiwillige Verlängerung um 3 Monate sollten geschaffen werden", betont Präsident Weber.

"Ein entscheidend positiver Effekt dieser Maßnahme wäre, dass der freiwillige soziale Dienst auf dieser Basis gesichert würde", zeigt sich Vizepräsident Dr. Blum überzeugt.

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