Ökostrom: Durch falsche Zitate wird Ökostrom nicht billiger

Kopetz zitiert E-Control falsch

Wien (OTS) - Der Biomasseverband hat in seiner heutigen Presseaussendung die E-Control falsch zitiert.
Falsch ist, die E-Control hätte behauptet, dass "...die Erzeugung von Ökostrom (Kleinwasserkraft, Wind, Biomasse) drei- bis viermal so teuer sei als herkömmlicher Strom ...".

Die Energie Control hat dagegen in ihrer Presseaussendung vom 28.1.2004 argumentiert, dass "...die Erzeugungskosten von Strom aus Windkraft, Biomasse und Biogas etwa drei- bis viermal so groß sind ...", also ohne der wesentlich kostengünstigeren Wasserkraft. Es ist eben eine Tatsache, dass die subventionierten Einspeisetarife insbesondere für Biomasse und Biogas mit bis zu 16,5 Cent/kWh weit über dem auch mittel- und langfristig möglichen Marktpreis (derzeit 3,3 Cent/kWh) und weit über den Einspeisetarifen von Wasserkraft liegen.

Die Argumentation in der OTS-Presseaussendung vom Biomasseverband ist weiters im Widerspruch zu dessen Subventionsforderungen:

1. Es wird in der Presseaussendung des Biomasseverbandes dargestellt, dass Strom aus erneuerbaren Energieträgern künftig günstiger wäre, als Strom aus fossilen Energieträgern. Wenn das zutrifft, dann könnten die Subventionen ja auslaufen. Im Widerspruch dazu fordert der Biomasseverband aber wiederholt, dass die hohen derzeitigen Förderungen mit höchstens geringen Abschlägen fortgeführt werden sollen.

2. Die Aussage des Biomasseverbandes, es käme nur ein "...verschwindend kleiner Bruchteil des Ökostroms - bezogen auf die gesamte Ökostromproduktion - von kleinen Biomasseanlagen ..." ist irreführend. Für die Frage der Subventionen relevant ist, welcher Teil der bewilligten Neuanlagen - mit 13 Jahren garantiertem Einspeisetarif - in diesen teuren Segmenten für Ökostrom bewilligt wurden. Da zeigen die Auswertungen, dass 55% Leistungsanteil aller Biomasseanlagen im teuersten Segment kleiner 5 MW mit zumeist 15 Cent/kWh und mehr genehmigt wurden und sogar 75 % Leistungsanteil aller Biogasanlagen im teuersten Segment kleiner 500 kW mit zumeist 14,5 Cent/kWh und mehr genehmigt wurden.

"Wenn Technologien mit Zukunftschancen forciert werden sollen, wie es das Ökostromgesetz fordert, dann müssen diese Erzeugungskosten und damit die Einspeisetarife substanziell reduziert werden. Ansonsten geht es nur um Geldverteilung. Technologien mit Erzeugungskosten über 10 Cent/kWh haben mittel- und langfristig keine Chance.", so DI Walter Boltz. "Ein gutes Image alleine wird da zu wenig sein. Das würde dann zu sehr teuren, von den Stromkonsumenten zu bezahlenden Fehlentwicklungen führen.", schließt DI Boltz.

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