Gewerkschaft KMSfB warnt vor Diktatur des freien Marktes

Wien (KMSfB/ÖGB) - Anlässlich der UNESCO-Tagung in Paris zur "kulturellen Vielfalt" warnt die Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (KMSfB) vor einem weiteren Ausverkauf der Kulturen. "Die einseitige Beeinflussung durch angloamerikanisches Repertoire ist mittlerweile nicht nur unerträglich, sondern auch gefährlich", stellt Peter Paul Skrepek, KMSfB-Vorsitzender dazu fest.++++

Nach dem gescheiterten MAI-Abkommen nehmen die Lobbies der transnationalen Unterhaltungskonzerne einen weiteren Anlauf, um eine von ihnen gestaltete uniforme Weltkultur zu etablieren. Auch österreichisches Schaffen wäre dann rasch auf den musealen und folkloristischen Bereich beschränkt.

"Wir kennen diese Politik. Sie zielt offen auf die Ausschaltung der regionalen Konkurrenz und eine totale Dominanz des Marktes", warnt Skrepek. "Dieses Diktat im kulturellen Bereich führt unweigerlich zu einer Gleichschaltung. Der monopolisierten Planwirtschaft bringt es zwar eine Erleichterung, den Kunstschaffenden und dem Publikum jedoch die Verarmung. Am Ende steht die Diktatur des einstmals freien Marktes."

Das Präsidium der Gewerkschaft hat sich einstimmig für eine Stärkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ausgesprochen, damit dieser seiner Verpflichtung, österreichische Kultur und einheimisches Kunstschaffen in allen seinen Programmen in den Vordergrund zu stellen, nachkommen könne. Dazu sollen alle gesetzlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

ÖGB, 31. Jänner
2005
Nr. 55

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Peter Paul Skrepek
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