AK gegen Trinkgeldsteuer: In Kärnten über 30.000 Betroffene

Goach kritisiert Griff in Geldtaschen der Arbeitnehmer

Klagenfurt (OTS) - Als weiteren unverfrorenen Anschlag auf die Geldbörsen der Arbeitnehmer bezeichnet AK-Präsident Günther Goach den Plan der Bundesregierung, die Trinkgelder zu besteuern. Die AK kündigt massiven Widerstand an und fordert den Finanzminister auf, die Finger von den Trinkgeldern zu lassen.

"Mit der Ankündigung, Trinkgelder künftig mit einem Pauschalsatz zu versteuern, setzt die Bundesregierung ihren Weg fort, ausschließlich die ArbeitnehmerInnen mit der Sanierung der maroden Staatskasse zu belasten", kritisiert der AK-Präsident. Auf der anderen Seite stünden Finanzgeschenke für Unternehmen in Millionenhöhe, die von der Steuerreform doppelt so viel profitieren wie die unselbstständig Beschäftigten, und ein Finanzminister, der sich selbst Dienstleistungen wie die Erstellung seiner Homepage steuerfrei habe finanzieren lassen. "Da sind Überlegungen, wie der Staat bei den Trinkgeldern mitschneiden kann, skandalös und ungerecht", betont Goach.

Allein in Kärnten wären laut Schätzung der Arbeiterkammer rund 30.000 Beschäftigte im Dienstleistungsbereich von einer Trinkgeldsteuer betroffen. "Zum überwiegenden Teil sind das Arbeitnehmer, deren Einkommen ohnehin weit unter dem Durchschnitt liegen", sagt Goach und verweist darauf, dass zum Beispiel der Kollektivvertragslohn für einen Kellner mit Inkasso derzeit 1.161 Euro brutto beträgt, der einer Friseurin im ersten Dienstjahr 959 Euro brutto.

Dazu komme, dass diese Berufsgruppen auch keine Steuervorteile wie Werbungskosten für Berufskleidung oder Arbeitsmaterialien geltend machen können. Unattraktive Arbeitszeiten und belastende Arbeitsbedingungen kommen dazu.

Goach fordert daher, dass auch das aus dem Jahr 1951 stammende, Gesetz, welches eine Deklarierung von Trinkgeldern bei der Arbeitnehmerveranlagung festlegt, abgeschafft wird. "Trinkgelder müssen zu 100 Prozent steuerfrei werden. Die Praxis hat klar gezeigt, dass eine gerechte Lösung in dieser Frage nicht möglich ist. Daher bleibt die AK dabei: Finger weg von den Trinkgeldern!", bekräftigt Goach.

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