Kopetz: E-Control betreibt abermals falsches Zahlenspiel

Kritik an polemischen Attacken gegen Ökostrom

Graz (AIZ) - Heinz Kopetz, Vorsitzender des Österreichischen Biomasseverbandes, übte heute abermals Kritik an den Behauptungen des Geschäftsführers der E-Control GmbH, wonach die Erzeugung von Ökostrom (Kleinwasserkraft, Wind, Biomasse) drei- bis viermal so teuer sei als herkömmlicher Strom: "Die Aussagen der E-Control seien 'schlichtweg irreführend und unwahr'", so Kopetz in einer Aussendung. Die E-Control solle endlich sachlich informieren und die polemischen Attacken gegen Ökostrom beenden.

Fossilstrom wird künftig teurer sein als Windstrom

"Windstromanlagen erzeugen Strom derzeit um 7,8 Cent, nach den vorgeschlagenen neuen Tarifen des Wirtschaftsministeriums um 7 Cent. Nach Berechnungen der Technischen Universität Wien betragen die Stromerzeugungskosten für neue fossile Kraftwerke je nach Annahme über die künftigen Rohölpreise 5 bis 6 Cent je Kilowattstunde. Dazu kommen noch die Kosten für die CO2-Zertifikate, die keineswegs - wie die E-Control behauptet - eine untergeordnete Rolle spielen werden", rechnete Kopetz vor. Damit zeichne sich ab, dass in Zukunft Strom aus neuen Fossil-Kraftwerken gleich teuer oder sogar teurer sein werde als Strom aus Windkraft.

Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wird mittelfristig günstiger

"Dazu kommt in den nächsten Jahren ein weiterer entscheidender Vorteil für Ökostrom. Die Stromerzeugungskosten aus erneuerbarer Energie bleiben in Zukunft preiskonstant oder werden fallen. Die Stromerzeugung aus Fossilenergie hingegen wird sich weiter verteuern. Nur die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen kann auf Dauer stabile Strompreise sichern", gab Kopetz zu bedenken.

Berechne man die durchschnittlichen Ökostromerzeugungskosten (Wasserkraft, Windkraft, Biomasse), so zeige sich, dass diese derzeit nur etwas höher liegen als für Strom aus neuen fossilen Kraftwerken. "Wird hingegen das teuerste Ökostrom-Segment (Strom aus kleinen Biomasseanlagen) für die Berechnungen herangezogen, dann liegen die Kosten tatsächlich drei- bis viermal höher. Allerdings kommt nur ein verschwindend kleiner Bruchteil des Ökostroms - bezogen auf die gesamte Ökostromproduktion - von kleinen Biomasseanlagen", so Kopetz. Genau darin werde die Polemik der E-Control sichtbar. Offenkundig solle durch derartige Polemiken Ökostrom ein schlechtes Image verpasst werden, befürchtet der Biomasseexperte.
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