Kuntzl: Schüssel hält an veraltetem Familienbild fest

Kinderbetreuungseinrichtungen entscheidend für Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Wien (SK) "Mit seinem Familienbild bleibt Bundeskanzler Schüssel nach wie vor in den frühen 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verhaftet", befindet SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl in Reaktion auf Aussagen des Kanzlers in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Presse" am Samstag. Schüssel negiere mit seiner besonderen Präferenz für die traditionelle Form der Ehe weiterhin die Vielfalt an Lebensformen, und die Neigung vieler junger Menschen auch ohne Trauschein zusammen leben zu wollen, so Kuntzl. ****

Die SPÖ-Familiensprecherin erinnerte daran, dass die von Regierungsseite angebotene und von Schüssel hervorgehobene Teilzeitlösung bis zum Schuleintritt des Kindes lediglich eine Scheinlösung sei, da sie nur wenigen Frauen wirklich helfe. Auch bei den Kinderbetreuungseinrichtungen, die wesentlich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien, findet Schüssel nur beschönigende Worte und vergisst darauf, dass nach wie vor Tausende Betreuungsplätze fehlen; vor allem bei den unter dreijährigen und bei den über sechsjährigen Kindern. "Gute und ausreichenden Kinderbetreuungseinrichtungen sind aber entscheidend für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie", so Kuntzl.

Zur Diskussion über Ganztagesschulen merkte Kuntzl die Befürchtung an, dass die Regierung nicht wirklich gewillt sei, Maßnahmen zu setzen. Als Indiz wertet sie Aussagen von Bildungsministerin Gehrer vergangene Woche im Parlament. "Zwar zeigt die ÖVP nach jahrzehntelanger Starrheit eine gewisse Einsicht zum Thema Ganztagesschule, doch es ist zu befürchten, dass diese Einsicht nur simuliert ist und dass es nun wieder Jahrzehnte dauert, bis Taten folgen", schloss Kuntzl. (Schluss) ns/ws

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0003