Knalleffekt: Es gibt keine gentechnikfreie Zone Oberösterreich!

Frais für "Gentechnik-frei"-Positivkennzeichnung bei Fleisch, Milch und Eiern

Linz (OTS) - Zu einem Knalleffekt in Sachen Gentechnik ist es bei der Beantwortung der mündlichen Anfrage von SP-Klubchef Frais durch Landesrat Stockinger in der gestrigen Landtagssitzung gekommen. Frais konfrontierte Stockinger mit der wissenschaftlichen Untersuchung, dass in Österreich jährlich mehr als 500.000 Tonnen Gentech-Soja in der Landwirtschaft verfüttert werden und fragte nach jenem Anteil, der in Oberösterreich verfüttert wird. Stockinger musste eingestehen, dass keine genauen Aufzeichnungen darüber existieren, aber von etwa einem Drittel - was mehr als 150.000 Tonnen jährlich bedeutet -auszugehen ist. Wie angesichts dieser Fakten der Begriff vom gentechnikfreien Oberösterreich weiter aufrecht erhalten werden könnte, fragte Frais weiter. Stockinger antwortete klar, dass es derzeit überhaupt keine gentechnikfreie Zone gäbe - das gelte selbstverständlich auch für Oberösterreich. Besonders hoch sei der Einsatz von Gentech-Soja in der Milch- und Schweinefleischproduktion, informiert Frais. Der SP-Klubchef tritt daher im Interesse der Konsumenten für eine "Gentechnik-frei"-Positivkennzeichnung bei Fleisch, Milch und Eiern ein und verlangt eine geänderte Förderpolitik, um den Bauern den Ausstieg aus dem Gentechnik-Futter zu erleichtern.

Eier-, Milch- und Fleisch-Produktion ohne Gentechnik-Futtermittel könnte - so Dr. Karl Frais - eine erfolgreiche Strategie für die heimische Qualitätsproduktion am landwirtschaftlichen Sektor und in der Lebensmittelindustrie werden. "Die Konsumenten haben Ehrlichkeit beim Thema Gentechnik verdient - ich sehe es positiv, dass Stockinger mit dem ‚Anschober-Märchen‘ vom gentechnikfreien Oberösterreich aufgeräumt hat und jetzt bekannt ist, dass in Oberösterreich jährlich mehr als 150.000 Tonnen Gentech-Soja bei der Fleisch-, Milch- und Eierproduktion verfüttert werden. Jetzt müssen konkrete Maßnahmen folgen", betont der SP-Klubobmann.

In den Aussagen von Kommissarin Fischer-Boel zur Koexistenz sieht Frais im Gegensatz zu Stockinger keinen großen Schritt in Richtung Gentechnikfreiheit: "Fischer-Boel hat sich laut APA-Berichten vom 20. Jänner 2005 (APA0517) klar für die Beibehaltung der Koexistenz und explizit gegen ein Getechnikverbot ausgesprochen - das ist den wesentlichen Eckpunkten die gleiche Position, die auch Kommissar Fischler vertreten hat".

 

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