Klimaschutz durch Energieeffizienz

Erfolgreiche Kooperation zwischen Energieverwertungsagentur und Papierindustrie

Wien (PWK058) - Mit der Vorlage des Endberichts der Studie "Energieeffizienz und CO2-Emissionen der österreichischen Papierindustrie - Entwicklungen und Potenziale" unterstreicht die österreichische Papierindustrie ihre Vorreiterrolle beim sorgsamen Umgang mit Energie, die sowohl durch enorme Vorleistungen der Betriebe als auch durch die dreijährige Kooperation mit der Energieverwertungsagentur (E.V.A.) und dem Consultingunternehmen Allplan ermöglicht wurde.

"Globale Klimaverschiebungen machen eine rasche Neuausrichtung klimapolitischer Maßnahmen erforderlich. Führende Experten sind sich längst über die Kurskorrektur einig. Zielkonflikte zwischen wirtschafts- und umweltpolitischen Programmen wie zB der EU-Lissabon-Strategie und dem Kyoto-Protokoll müssen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung rasch aufgelöst werden. Nur eine ökonomische Bewertung verschiedenster Emissionsminderungsmaßnahmen kann einer gesellschaftlich akzeptablen und ökologisch erfolgreichen Klima- und Energiepolitik den Weg ebnen. Für die Industrie gilt: nur Geld, das die Unternehmen verdienen, kann für Neuinvestitionen, für effizienzsteigernde Maßnahmen und somit für den Klimaschutz ausgegeben werden. Die EU hat sich mit dramatisch hohen Zielsetzungen exponiert und setzt die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Industrie aufs Spiel, während Konkurrenten wie die USA aus der ersten Reihe fußfrei zusehen - das kann nicht lange gut gehen. Die Klimapolitik ist daher auf eine neue Basis zu stellen und darf nicht länger nur auf dem Rücken der Industrie ablaufen. Nicht nur die europäische, auch die österreichische Klima- und Energiepolitik steht jetzt am Prüfstand und muss optimiert werden", analysierte Michael Gröller, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Mayr-Melnhof Karton AG und Präsident von Austropapier, der Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie, anlässlich der gemeinsamen Präsentation der Studienergebnisse.

"Etwa ein Drittel (27 %) des gesamten Endenergieverbrauchs der österreichischen Volkswirtschaft geht auf die Industrie zurück. Die Papierindustrie - als eine der energieintensivsten Branchen - hält daran einen Anteil von knapp einem Viertel. Damit liegt naturgemäß der Schlüssel zu einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung der Industrie in der Energieeffizienz. Die österreichische Papierindustrie hat zwischen 1990 und 2001 die Papier- und Marktzellstoffproduktion um 40 % gesteigert. Im selben Zeitraum hat sie beim Energieverbrauch lediglich um 25,6 % zugelegt. Damit hat die Branche ihre spezifischen CO2-Emissionen in den 90er Jahren um über 20 % reduziert", erklärt Fritz Unterpertinger, Geschäftsführer der Energieverwertungsagentur (E.V.A.). Trotz der vielen bisher realisierten Energieeffizienzmaßnahmen seien jedoch nach wie vor Verbesserungspotenziale vorhanden. Dass diese vor allem im Zuge von laufenden Optimierungen wirtschaftlich umzusetzen seien, liege auf der Hand, so Unterpertinger. Mit "Repowering", also dem Ersatz des Dampfkessel durch eine Gasturbine mit Abhitzekessel, würden die Papierindustrie etwa 713 GWh Strom zusätzlich erzeugen können, was etwa dem jährlichen Strombedarf von 200.000 Haushalten und einer CO2-Reduktion von etwa 214.000 t CO2 jährlich entspricht.

Die heute präsentierte Studie zeigt drei wichtige Ergebnisse:
Erstens, dass unter den derzeitigen Rahmenbedingungen und mit heute verfügbaren Technologien fast alle Potenziale in den Betrieben ausgeschöpft sind. Der Anteil biogener, CO2-neutraler Energieträger beträgt in der Papierindustrie 50%, und der Einsatz fossiler Brennstoffe erfolgt zumeist unter Best-of-the-world-Standards. Es gibt derzeit kaum weitere wirtschaftlich umsetzbare Verbesserungsmöglichkeiten. Überzogene Reduktionsziele würden für Betriebe, die ohnedies bereits höchste Energieeffizienz-Standards erreichen, durch den Zukauf fehlender Zertifikate nur zusätzliche Wettbewerbsnachteile ohne nennenswerten ökologischen Effekt bringen. Die Zuteilung für die zweite Phase des Emissionshandels sollte daher stärker als bisher auf Basis spezifischer Emissionen erfolgen.

Zweitens: Der Einsatz verbesserter Technologien und somit neue Effizienzsteigerungen ist meist nur bei Kapazitätserweiterungen möglich. Eine erfolgreiche Klimaschutz- und damit auch Energiepolitik muss daher kontinuierliches Wachstum für unsere Betriebe ermöglichen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit am globalen Markt zu erhalten und gleichzeitig weitere CO2-Reduktionen zu erzielen.

Drittes wichtiges Ergebnis der E.V.A.-Studie ist, dass ein hohes technisches Potenzial zur Erzeugung von Ökostrom und zum forcierten Einsatz hocheffizienter KWK-Anlagen mit den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht wirtschaftlich umsetzbar ist. Insbesondere die Ökostrom- und die KWK-Förderung müssen also rasch angepasst werden, etwa durch Aufhebung des Einspeisezwanges und Anrechnung von Ökostrom- bzw. KWK-Eigenerzeugung, um diese Projekte für Österreichs Kyoto-Ziel verfügbar zu machen. Die Papierindustrie kann so zu einem Schlüssel einer erfolgreichen Klimaschutzpolitik werden ", erläuterte Mark Lunabba, Vorstandsdirektor der SCA Graphic Laakirchen AG abschließend. (us)

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