"Vorarlberger Nachrichten", Kommentar: "Nie wieder" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 27. Jänner 2005

Wien (OTS) - Staats- und Regierungschefs werden sich heute in Auschwitz-Birkenau versammeln: Vor genau 60 Jahren ist das Konzentrationslager durch sowjetische Truppen befreit worden. Was dort passiert ist? Ein paar Hundert Menschen haben in wenigen Jahren mehr als eine Million Menschen vernichtet. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder sagt, dass es seinen Landsleuten angesichts des größten Verbrechens der Geschichte gut anstehen würde, zu schweigen; das gilt natürlich auch für uns Österreicher.
Das, was da passiert ist, kann niemand beschreiben. Die Täter bzw. die Söhne und Töchter, die Schröder meint, sollten aber ganz besonders vorsichtig sein: Zu groß ist die Gefahr, dass das Thema mit allzu wenig sagenden Worten wie "Massenmord" und dergleichen abgehandelt wird.
Die Verantwortung, die uns trifft, ist es, dazu zu stehen, was da war. Und vor allem dazu beizutragen, dass sich so etwas nie wieder wiederholen kann.
Bundespräsident Heinz Fischer ist zuversichtlich, dass der "Kampf für Menschenrechte, das Eintreten gegen Krieg und Gewalt sowie die Akzeptanz der Tatsache, dass alle Menschen gleichwertig sind", gerade durch "ein Fanal wie Auschwitz" einen zusätzlichen Impuls erhält. Vieles spricht dafür, dass dem so ist. Wir müssen aber auch bewusst dafür sorgen, dass es dabei bleibt.

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