• 26.01.2005, 17:14:40
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"Die Presse"-Kommentar: "Abbas und die Islamisten-Massage" von Christian Ultsch

Ausgabe vom 27.1.2005

Wien (OTS) - Positive Nachrichten aus dem Nahen Osten? Derlei löst
fast reflexartig Skepsis aus. In den vergangenen Jahren hat man ihn
schon so oft vergeblich reanimiert, dass der sogenannte
"Friedensprozess" nur noch wie ein rhetorischer Zombie durchs
politische Vokabular zu wanken schien: ohne Aussicht auf Rückkehr ins
wirkliche Leben.
Und doch gibt der aktuelle Rettungsversuch, eingeleitet von
Palästinenser-Präsident Abbas, Anlass zu gewisser Hoffnung. Denn
seine Methode, die "Islamisten-Massage", zeigt erste Erfolge. Die
radikale Hamas ist plötzlich bereit, sich politisch einbinden zu
lassen. Im Norden des Gaza-Streifens können auf einmal
palästinensische Sicherheitskräfte stationiert werden, um
Raketenangriffe auf Israel zu unterbinden. Und siehe da: Israel
antwortet mit Entgegenkommen, stellt die "gezielten Tötungen"
militanter Palästinenser bis auf weiters ein und stimmt einem
Gipfeltreffen mit Abbas zu.
Doch wirklich berechtigt wird der Optimismus erst dann sein, wenn
die moderaten Kräfte das kommende Störfeuer der Radikalen überstehen.
Denn der nächste Anschlag kommt bestimmt.

christian.ultsch@diepresse.com

OTS0283    2005-01-26/17:14

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