Binder: "Es ist an der Zeit, den Käthe-Leichter-Preis wieder ins Leben zu rufen"

Wien (SK) "Es geht beim Käthe-Leichter-Preis vor allem darum, dass Frauen gewürdigt werden, die sich für die Geschichte von Frauen und für die Geschichte um das Leben von Frauen und der Arbeiterinnen einsetzen und an dieser Geschichte arbeiten", betonte SPÖ-Abgeordnete Gabriele Binder am Mittwoch im Nationalrat. Diese Auszeichnung habe es nicht verdient, dass sie seit 2000 von einem Ministerium zum anderen "herumgeschupft" wird, so Binder. "Es ist an der Zeit, dass dieser Preis wieder ins Leben gerufen wird, denn er ist für uns Frauen - für uns alle - sehr wichtig", zeigte sich Binder überzeugt. Die Dank Käthe Leichter errungenen Verbesserungen in der Arbeitswelt hätten nach wie vor nichts an Aktualität verloren, im Gegenteil, so Binder. Der SPÖ sei die Stimme der Frauenministerin für die Frauen in Österreich zu leise, kritisierte Binder. Der Käthe-Leichter-Preis bedeute auch eine Würdigung und Anerkennung der Frau Käthe Leichter, die SPÖ vertraue hier auf das Wort der Frauenministerin, den Käthe-Leichter-Preis wieder einzusetzen: "Ich bin überzeugt, die Jury ist startklar". ****

Käthe Leichter sei tatsächlich eine bemerkenswerte Frau gewesen, sie habe vor allem für die Interessen und Rechte der Frauen, Arbeiterinnen und Arbeitnehmerinnen gekämpft. Die Themen und Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit seien "bahnbrechend" für viele Verbesserungen in der Arbeitswelt gewesen, unterstrich Binder, die nach wie vor Bedarf an Verbesserungen ortet. Binder verwies auf Themen wie Berufsausbildung von Mädchen, Belastungen der berufstätigen Frauen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen, oder die Positionierung von Frauen in Entscheidungsgremien. Es liege in der Verantwortung der Frauenministerin, diese Themen aufzugreifen und Lösungen für die Probleme zu entwickeln, denn: Die Frauen in Österreich zählen zu den Verliererinnen, dies würden die vielen Fakten und täglichen Einzelschicksale zeigen.

Emanzipatorische Frauenpolitik dürfe nicht wieder durch ein überholtes Frauenbild verdrängt werden, warnte Binder. Eine der Publikationen von Käthe Leichter trug den Titel "So leben wir. Gehört die Frau ins Haus?", zeigte die SPÖ-Abgeordnete auf. "80 Jahre später lesen wir wieder in den Zeitungen, dass die Frauen in die Küche gehören und Kinder erziehen sollen", betonte Binder. Dies möge die Welt eines Gunnar Prokops sein, könne und dürfe aber nicht der Inhalt einer Frauenpolitik in Österreich sein. (Schluss) sk

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