Hinterleitner begrüßt Entkrampfung der Nichtraucherdiskussion in der Gastronomie

"Österreichische Lösung" hat Vorbildcharakter - Idee des "Dienstleistungschecks" wird begrüßt - Gastgewerbe bleibt Beschäftigungsmotor

Wien (PWK055) - Österreichs Gastronomie liegt bei der Umsetzung
der freiwilligen Nichtraucher-Vereinbarung gut im Plan. "Damit haben wir uns die harten Auseinandersetzungen, wie sie jetzt z.B. in Italien rund um das Thema Rauchen in Gaststätten toben, erspart und die Diskussion entkrampft", zeigte sich der Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat Helmut Hinterleitner, Mittwoch im Gespräch mit Journalisten zufrieden. Dies finde auch international Anerkennung. So habe man sich in Deutschland und Ungarn ausdrücklich das österreichische Modell zum Vorbild genommen.

Man sei sich bewusst, dass es natürlich seine Zeit braucht, bis die Vereinbarung in allen rund 33.000 in Frage kommenden Betrieben umgesetzt sein wird. "Es gibt hier große regionale Unterschiede. In den westlichen Bundesländern liegen wir bereits deutlich über den Vorgaben", präzisierte Hinterleitner. Man werde daher von Seiten des Fachverbandes intensiv auf die Betriebe einwirken und konsequent an der Verwirklichung dieses Modells weiterarbeiten.

Positiv bewertete Hinterleitner den von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein vorgelegten Entwurf eines "Dienstleistungsschecks". Es wäre eine gute Sache, dieses Modell auf aushilfsweise Beschäftigte in der Gastronomie auszudehnen. Dies könnte eine unbürokratische und transparente Form der Beschäftigung bzw. Sozialversicherung ermöglichen, unterstrich Fachverbandsgeschäftsführer Thomas Wolf. Gerade bei kurzfristigen Beschäftigungsverhältnissen, wie sie im Gastgewerbe zur Überbrückung von Auslastungsspitzen (Veranstaltungen, Bälle. Hochzeiten, Ausflugsgastronomie) immer wieder notwendig sind, sei der derzeit dem Arbeitgeber aufgebürdete bürokratische Aufwand bei den An- und Abmeldungen kaum vertretbar. "Das Bedürfnis ist da. Wir haben schon viele Anfragen zu diesem Thema bekommen", sagte Wolf.

Wie Obmann Hinterleitner unter Verweis auf die jüngste Strukturdatenerhebung des Fachverbandes 2004 ausführte, sei ein deutlicher Trend zur Qualitätsgastronomie erkennbar. Die Speiseumsätze liegen mittlerweile zum Teil deutlich über den Getränkeumsätzen, was sich auch in der Wertschöpfung positiv niederschlage. Lediglich in der Unterhaltungs- und Kommunikationsgastronomie (Discos, Kaffeehäuser) dominiere der Getränkeumsatz.

Zunehmende Bedeutung erhalte die regionale Küche. Dadurch werde die Gastronomie auch zu einer wichtigen Stütze der regionalen Landwirtschaft. 72 Prozent der Gastwirte kauften Produkte bei den Landwirten in der Region ein, hob Hinterleitner hervor.

Die Umsatzzahlen der Branche - geschätzter Umsatz 12,6 Milliarden Euro - stagnierten zuletzt, allerdings auf hohem Niveau. An dieser Tendenz werde sich nach Einschätzung Hinterleitners auch 2005 nicht viel ändern. Trotzdem sei die Stimmung in der Branche generell positiv, was sich in einer anhaltend hohen Investitionsbereitschaft der Unternehmer
niederschlage. 31,2 Prozent der Betriebe beabsichtigen im laufenden Jahr bauliche Investitionen vorzunehmen, und 49 Prozent wollen in die Betriebsausstattung investieren, davon 14,6 Prozent bis zu 5.000 Euro, 13,9 Prozent bis 10.000 Euro und 20,4 Prozent über 10.000 Euro.

Noch keine Lösung gibt es der strittigen Frage der Trinkgeldbesteuerung. Der Fachverband, so Hinterleitner, warte bereits seit einigen Wochen auf einen Termin beim Finanzminister. "Wir wollen eine klare Lösung, damit wir nicht im luftleeren Raum agieren müssen. Die vom Ministerium vorgelegten Vorschläge betrachten wir allerdings nicht als angemessen. Es muss bessere Varianten geben. Am gerechtesten wäre die deutsche Lösung. Dort wird überhaupt auf die Trinkgeldbesteuerung verzichtet", stellte Obmann Hinterleitner auf Anfrage fest.

Der Beschäftigtenstand im Gastgewerbe hat sich im Dezember 2004 trotz schwieriger Schneesituation gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 3,9 Prozent auf 169.576 Personen erhöht. Nicht eingerechnet sind die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse, die in diesem Zeitraum noch stärker angestiegen sind (plus 8,8 Prozent). "Wie man sieht, geht dieser Zuwachs nicht - wie manchmal behauptet -zulasten der vollversicherten Arbeitsplätze. Die geringfügige Beschäftigung ist im Gastgewerbe eine notwendige Ergänzung, aber keine Verdrängung von Vollbeschäftigten", hielt Hinterleitner abschließend fest. (hp)

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