AK: Kosten für Stufenplan des Ausbaus ganztägiger Volksschulen

Wien (OTS) - Die AK hat bereits im Dezember 2003 eine österreichweite Bedarfserhebung zu den ganztägigen Schulformen durchgeführt. Auf Grund dieser Studie lässt sich belegen, dass je nach Bundesland zwischen 50 und 55 Prozent der befragten Eltern schon derzeit einen Bedarf an ganztägigen Volksschulen angeben. Umgelegt auf die derzeitige Schülerzahl (352.000) würde man sofort zusätzlich rund 100.000 ganztägige Schulplätze brauchen. Rund 34.000 befinden sich bereits jetzt in einer ganztägigen Schulform. Weitere 34.000 werden außerhalb der Schule in Horten betreut. Die Eltern bevorzugen jedoch eindeutig die schulische Variante. Dieser Variante ist auch aus bildungspolitischen Gründen der Vorzug zu geben. Das bildungspolitische Ziel der AK ist zunächst die Umstellung aller Volksschulen auf das ganztägige System bis die endgültige Entscheidung über das künftige Schulsystem für die 10- bis 14-jährigen in Österreich gefallen ist. Die AK schlägt daher als ersten Schritt für die Volksschulen vor, einen Zehnjahresplan zur Bedarfsdeckung zu erstellen und fordert den Bund auf, in Verhandlungen mit Ländern und Gemeinden zur Entwicklung eines Gesamtkonzepts zum Ausbau und zur Finanzierung zu treten.

Aufteilung der Kosten für die sofort nötigen 100.000 Schulplätze:

Kosten für den Bund
Für eine Umstellung auf den ganztägigen Unterricht kommen allerdings nur jene Schulen in Betracht, die auf allen Schulstufen zumindest eine Klasse jeweils führen. Dies betrifft etwa 2.400 Volksschulen, die für ein derartiges Konzept in Frage kommen. Ausgehend von einem Zehnjahresplan, den derzeit bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen und dem geltenden Lehrerdienstrecht hätte der Bund bei einer Ausbaustufe für 1.500 Volkssschulen rund 90 Millionen Euro an Personalkosten für die tägliche Lernstunde zu tragen.

Die anfallenden Personalkosten für die VolkschullehrerInnen reduzieren sich auf Grund der nachrückenden schwachen Geburtenjahrgänge, da verglichen mit heute ca. 45.000 VolksschülerInnen weniger in der Grundschule sein werden. Auch die dadurch frei werdenden Räumlichkeiten könnten für ganztägige Schulformen adaptiert werden.

Kosten für Gemeinden und Eltern
Die Gemeinden müssten für die laufenden Personalkosten (Betreuung, Reinigung, Essensausgabe etc.) mit Gesamtkosten von 190 Millionen Euro. jährlich nach zehn Jahren tragen. Diese Kosten reduzieren sich allerdings um ca. 60 Millionen. jährlich, die von sozial gestaffelten Beiträgen der Eltern für die Freizeitbetreuung aufgebracht werden.

Dazu kommt ein Investitionsprogramm zur Schuladaptierung mit einmaligen Ausgaben in einer geschätzten Höhe von 550 Millionen Euro. Nach diesen zehn Jahren würden rund die Hälfte der VolksschülerInnen ganztägig betreut werden.

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