Chefarztpflicht: Wahlfreiheit für Patienten in Wien

Kurie der niedergelassenen Ärzte beschließt Wiener Lösung - Patienten kommen schneller zu ihren Medikamenten - Keine Sanktionen für Ärzte bis September 2005

Wien (OTS) - Die Kurie der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer für Wien hat gestern, Dienstag, Abend eine individuelle Lösung zur Chefarztpflicht beschlossen. Demnach soll in Wien der Patient die Wahlfreiheit besitzen, die Wartezeiten bei der Bewilligung per Fax oder Post zu umgehen und ab sofort die chefärztliche Bewilligung selbst wieder einzuholen. Dies kann entweder bei den Bezirksstellen oder direkt bei der WGKK-Zentrale am Wienerberg erfolgen. Weiters wurde eine Sanktionsfreiheit für alle Wiener Ärztinnen und Ärzte bis Ende September 2005 mit der Wiener Gebietskrankenkasse vereinbart.****

Vizepräsident und Kurienobmann Johannes Steinhart dazu: "Die Ministerin kann den Wienerinnen und Wienern nicht verbieten, selbst tätig zu werden und die chefärztliche Genehmigung rascher einzuholen, vor allem dann nicht, wenn die Patienten bis zu mehreren Tagen auf Bewilligungen warten müssen, die per Fax verschickt wurden. Das diese Wartezeiten keine Einzelfälle sind, wissen wir seit den letzten Wochen zur Genüge."

Den Patienten müsse die Möglichkeit eingeräumt werden, die verschriebenen Medikamente schneller zu erhalten. Die Wahlfreiheit des Patienten, sich die Bewilligung selbst zu besorgen, müsse gewährleistet bleiben. Will ein Patient die Bewilligung nicht selbst einholen, bleibe die Faxlösung weiterhin aufrecht. Steinhart: "Die Wiener Ärzteschaft kann es nicht zulassen, dass Patienten bis zu einer Woche auf die Bewilligung eines Rezepts warten. Deshalb praktizieren wir diese Lösung ab sofort in unseren Ordinationen."

Seitens der Wiener Gebietskrankenkasse wurde zugesichert, dass bis Ende September 2005 keinerlei Sanktionen für die Wiener Ärzteschaft drohen. Steinhart: "In der heute stattfindenden Sitzung der Bundeskurie niedergelassene Ärzte der Österreichischen Ärztekammer werden wir empfehlen, die Wiener Lösung auch in den anderen Bundesländern Österreichs zu praktizieren, damit Österreichs Patientinnen und Patienten wieder rasch zu den für sie notwendigen Medikamenten kommen." (bb)

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