Laska/Wehsely: Bildung und Integration beginnen im Kindergarten

Wien (OTS) - In den städtischen Kindertagesheimen wird schon seit Jahren großes Augenmerk auf die interkulturelle Erziehung und Sprachförderung gelegt. "Der Kindergarten ist als Teil des Bildungsweges und als erster Schritt für das Heranreifen der Persönlichkeit des Kindes zu begreifen - auch wenn diese Institution noch immer von vielen belächelt wird", bekräftigt Vizebürgermeisterin Grete Laska den eingeschlagenen Weg beim heutigen Mediengespräch. "Aber wir stellen uns dieser Verantwortung mit einer Reihe von Maßnahmen - insbesondere, was die spezielle Förderungen all jener, die es benötigen, betrifft." Die Statistik spricht für Wiens Weg -nur 6.600 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren besuchen keinen Kindergarten.

"Integration beginnt im Kindergarten. Im Spiel lernen Kinder den Umgang miteinander genauso wie die Sprache - und haben dabei viel Spaß. In den städtischen Kindertagesheimen werden Kinder mit deutscher und nicht-deutscher Muttersprache in gemeinsamen Gruppen von je einer deutschsprachigen PädagogIn und einer HelferIn betreut. Lassen wir unsere Kinder gemeinsam aufwachsen", erklärt Integrationsstadträtin Maga Sonja Wehsely.

215 MitarbeiterInnen sprechen mehrere Sprachen

Die Förderung und Entwicklung der Sprachfähigkeit und der spielerische Umgang mit Kommunikation gehört zu den zentralen Aufgaben der Kindergarten-PädagogInnen. Gerade bei Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache ist das Erlernen der deutschen Sprache eine wichtige Voraussetzung, um soziale Integration und Anerkennung zu erfahren. Zusätzlich werden in den städtischen Kindertagesheimen jährlich - 2004 waren es 8.000 - alle vierjährigen und sprachauffälligen Kinder von SprachheilpädagogInnen auf Sprach- und Sprechfähigkeit "überprüft". "Falls Bedarf besteht - und das war bei 500 Kindern der Fall -werden sie rechtzeitig zwei Jahre vor Schuleintritt entsprechend gefördert", erläutert Bildungsstadträtin Laska. Sprachliche Vielfalt spiegelt sich auch beim Personal der Kindertagesheime wieder: 215 MitarbeiterInnen haben eine andere Muttersprache.

Ein Netzwerk für Eltern und PädagogInnen

Seit 1999 ist das Netzwerk "Interkultureller Kindergarten und Hortpädagogik" ein fixer Bestandteil für die praktische Arbeit der PädagogInnen der MA 11A. Zehn muttersprachliche BetreuerInnen bieten rasche Hilfe bei sprachlichen und kulturellen Problemen an, helfen bei der Elternarbeit, übersetzen bei sprachlichen Barrieren und unterstützen die PädagogInnen mit didaktischen Material, Modellen und Konzepten, wie beispielsweise einem "Medienkoffer" mit Fachliteratur, CDs und Videos zum Thema multikulturelle Erziehung.

Kindergarten als Selbstverständlichkeit

Im Kindergarten erleben sich Kinder zum ersten Mal in einer größeren Gruppe und erfahren, dass sich nicht alles auf ihre Person bezieht. Sie lernen im Kontakt mit anderen Regeln der Zusammenarbeit, Konfliktbewältigung und den Umgang mit Erfolgen und Niederlagen. Und sie lernen auch, dass sich Menschen in ihrer Herkunft, in ihren Vorstellungen und ihren Ausdrucksformen voneinander unterscheiden. Durch die vielfältigen Angebote, wie Geschichten hören, Singen, Spielen, dem ersten Kontakt mit Büchern oder dem Umgang mit Tieren werden Kinder zum Ausbau ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten im geistigen, körperlichen und kreativen Bereichen angeregt. "Unser Ziel muss sein, den Kindergarten als erste Stufe im Bildungsprozess für alle selbstverständlich zu machen", so Wehsely.

Elternkaffees und fremdsprachige Bilderbücher

In mehreren Kindertagesheimen werden für ausländische Eltern Elternrunden zu Erziehungsfragen angeboten, die von PädagogInnen und muttersprachlichen BetreuerInnen gemeinsam gestaltet werden. Aber auch Sprechstunden, Elternabende, Elternkaffees und die gemeinsame Planung und Gestaltung von multikulturellen Festen sind ein wichtiger Bestandteil, um den Kontakt zu den Eltern zu unterstützen. Zur Intensivierung der Mutter-sprache, die einen wichtigen Grundstein zum Erlernen jeder weiteren Sprache darstellt, wurden auch fremdsprachige Bilderbücher angeschafft bzw. besonders beliebte Kinderbücher übersetzt.

Anmeldung & Beiträge

Die Elternbeiträge sind je nach Einkommen gestaffelt. Daraus ergibt sich, dass rund ein Drittel der Kinderbetreuungsplätze in der Bundeshauptstadt gratis ist. Ein weiteres Drittel zahlt ermäßigte Beiträge. Sämtliche Angebote sind unabhängig von der Staatsbürgerschaft! Die Anmeldung für das nächste Kindergartenjahr 2005/2006 läuft noch bis Ende Februar. Eine Anmeldung für einen sofortigen Betreuungsbedarf ist jederzeit möglich.

Neue Info-Broschüre

Nähere Infos zu Angebot, Anmeldung und Elternbeiträgen finden sich in der neuen mehrsprachigen Broschüre (auf Deutsch, Bosnisch/ Kroatisch, Serbisch, Türkisch und Englisch) der MA 11A, die beim Infotelefon 277 55 55 bestellt werden kann. Dort erhalten Sie auch Auskünfte in serbischer, kroatischer, türkischer und englischer Sprache. "Es ist eine zentrale Aufgabe der MA 17 - Integrations- und Diversitätsangelegenheiten - andere Magistratsabteilungen zu unterstützen. So können sie ihr Service für alle WienerInnen, wo auch immer sie geboren sind, optimal erbringen. Die neue Broschüre ist als Ergebnis einer ersten Kooperation zwischen MA 17 und MA 11A entstanden", betonen Laska und Wehsely.

Weiterbildung und Beratung für KindergartenpädagogInnen

Ein- bis zweijährige Weiterbildungsangebote zu den Themen "Interkulturelles Zusammenleben" und "Sprachförderung für mehrsprachige Kinder" und verschiedenste Impulsreferate - die PädagogInnen der städtischen Kindertagesheime können eine Reihe von Angeboten in Anspruch nehmen, wie auch Beratung vor Ort, Begleitung in schwierigen Situationen oder Förderung in Kleingruppen. Ein Handbuch mit theoretischen Grundlagen und Arbeitsmaterialien - das Ergebnis eines vierjährigen EU-Projektes gemeinsam mit England und Schweden rund um das Informationsnetzwerk "Multikulturelle Erziehung" - soll bis zum Sommer fertiggestellt werden und den PädagogInnen als zusätzliche Hilfe dienen.

Allgemeine Informationen:
o http://www.wien.gv.at/kindertag/
o http://www.wien.gv.at/integration/

(Schluss) me/spe

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Handy: 0664/ 150 72 53
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