GBH-BV: Fachkräftemangel in der Wirtschaft ist "hausgemacht"!

Wer Fachkräfte will, muss auch Lehrlinge ausbilden!

Wien (GBH/ÖGB) - "Hohe Arbeitsqualität erfordert gut ausgebildete Fachkräfte. So ist es nicht verwunderlich, dass in der österreichischen Wirtschaft mit ihrer hohen Produktivität und Produktqualität ein hoher Fachkräftebedarf besteht. Leider besteht in der Wirtschaft gleichzeitig auch geringe Lust, ausreichend Lehrlinge auszubilden, um diesem erhöhten Fachkräftebedarf gerecht werden zu können", so der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer anlässlich einer Sitzung des Bundesvorstandes der Gewerkschaft Bau-Holz am Mittwoch.++++

Die Gewerkschaft Bau-Holz fordert bereits seit langem die Schaffung eines Ausbildungsfonds, der einen Lastenausgleich zwischen jenen Betrieben, die Lehrlinge ausbilden und jenen, die dies nicht tun, schafft und so auch kleineren Betrieben die finanziellen Möglichkeiten gibt, Lehrlinge auszubilden. Dass dies möglich ist, zeigen im Ansatz bereits die überbetrieblichen Ausbildungsstätten der Bauwirtschaft (Lehrbauhöfe).

Driemer weiter: "Die Gewerkschaft Bau-Holz fordert die politisch Verantwortlichen auch seit langem auf, die Voraussetzungen zu schaffen, dass die Qualität der Ausbildung in den Pflichtschulen verbessert werden kann, und Jugendliche so fit für den Beruf zu machen. Gleichzeitig ist es aber ebenso notwendig, seitens der Wirtschaftstreibenden die Lehre und die Lehrberufe attraktiver zu machen. Die Forderungen des IV-Präsidenten Sorger nach Verlängerung der Arbeitszeit und Lohnkürzungen geht hier in eine völlig falsche Richtung."

Auffallend ist der hohe Bedarf der Wirtschaft an Fachkräften bei gleichzeitiger hoher Arbeitslosigkeit. Driemer: "Im Bau- und Holzbereich waren im Dezember über 85.000 Menschen arbeitslos, darunter auch zahlreiche Facharbeiter. Die Gewerkschaft Bau-Holz hat den Baubetrieben bereits vor Jahren die Schaffung eines Struktur- und Arbeitsmarktfonds vorgeschlagen, der genau diese arbeitslosen Facharbeiter zielgerichtet branchenintern dorthin vermitteln könnte, wo sie dringend gebraucht werden."

Driemer abschließend: "Ich gebe dem Wirtschaftsbund-Generalsekretär Karlheinz Kopf recht, wenn er meint, dass der Fachkräftemangel mit einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie und einer dadurch höheren Frauenbeschäftigung gemildert werden kann. Das entbindet die Wirtschaft aber keinesfalls von ihrer Verpflichtung, die Lehrlingsausbildung zu forcieren, die Berufsbilder, Arbeitsplätze und Einkommen attraktiver zu gestalten und das auf dem Arbeitsmarkt vorhandene Facharbeiter-Potential zu nutzen."

ÖGB, 26. Jänner
2005
Nr. 43

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