GBH: Hat Sorger keine anderen Sorgen als Lohnkürzung?

ArbeitnehmerInnen sind schon jetzt flexibel - Lohnkürzungen sind kontraproduktiv

Wien (GBH/ÖGB) - "Einmal mehr hat IV-Präsident Veit Sorger bewiesen, dass er den ArbeitnehmerInnen, aber offenbar auch den Bedürfnissen der Wirtschaft, völlig verständnislos gegenübersteht. Nach seinen Forderungen nach einer ohnehin bereits möglichen und von der Wirtschaft wenig genutzten Flexibilisierung der Arbeitszeit - die Rahmenbedingungen sind in den meisten Kollektivverträgen seit langem geregelt - verlangt er jetzt eine Verlängerung der Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich und eine generelle Kürzung der Einkommen. Er schadet damit nicht nur den österreichischen ArbeitnehmerInnen, sondern letztlich auch der Industrie und allen Wirtschaftstreibenden", so der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer anlässlich einer Sitzung des Bundesvorstandes der Gewerkschaft Bau-Holz am Mittwoch.++++

Die österreichischen ArbeitnehmerInnen gehören schon heute zu den flexibelsten. Driemer: "Die Kollektivverträge ermöglichen schon seit langem flexible und wenn nötig auch längere Arbeitszeiten und auf die Bedürfnisse der Branche abgestimmte Arbeitszeitregelungen. Was IV-Präsident Sorger will, ist eine reine Lohnkürzung auf dem Rücken der ArbeitnehmerInnen, über die er das Mäntelchen der angeblichen wirtschaftlichen Notwendigkeit hängt. Auch IV-Präsident Sorger sollte wissen, dass es bei regelmäßigen Arbeitszeiten von 10 Stunden und mehr zu Leistungstiefs und Konzentrationsschwächen bei den ArbeitnehmerInnen kommt: Die Folgen: Qualitätsverlust der Arbeit und hohe Unfallgefährdung. Es kann nicht das Ziel sein, die hohe Produktqualität und Produktivität, für die Österreich bekannt ist, zu schmälern und die Zahl der Arbeitsunfälle noch zu erhöhen. Österreich weg von der Arbeitsqualität und hin zu einem Billiglohnland zu führen, ist der falsche Weg. Eine Lohnkürzung führt ganz sicher nicht zu der von der Wirtschaft dringend benötigten Kaufkraftsteigerung. Es ist außerdem bezeichnend, wenn der IV-Präsident Sozialpartnerverhandlungen fordert und im gleichen Atemzug mit dem Gesetzgeber droht, dessen Unterstützung er sich offenbar sicher ist."

Der Bundesvorstand der Gewerkschaft Bau-Holz weist die Forderungen des IV-Präsidenten in aller Form zurück und bekräftigt: "In Österreich wird ausgezeichnete, qualitativ hochwertige Arbeit geleistet. Diese Leistung ist das Kapital der österreichischen Wirtschaft. Die Gewerkschaft Bau-Holz verwehrt sich gegen jeden Versuch, die österreichischen ArbeitnehmerInnen in feudalherrlicher Manier zu jederzeit einsetzbaren Arbeitsmaschinen zu degradieren."

ÖGB, 26. Jänner
2005
Nr. 40

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