Kuntzl befürchtet weiteren Stillstand in schwarz-blauer Bildungspolitik

Weitere verlorene Jahre für Kinder drohen

Wien(SK) Die "enttäuschende Debatte" in der Aktuellen Stunde
zur Bildungspolitik am Mittwoch im Nationalrat, in der sich alle vorgegebenen Reformeinsichten der Regierung als "Luftblasen" entpuppt haben, ruft bei SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl die Befürchtung eines fortgesetzten Stillstands in der Bildungspolitik hervor. "Bitte nicht noch mehr verlorene Jahre für unsere Kinder", betonte Kuntzl -und appellierte "im Sinne unserer Kinder" an die Regierungsparteien sich endlich zu bewegen. Konkret setzte sich Kuntzl für den Ausbau der Ganztagsschule ein und forderte zu diesem Zweck einen genauen Umsetzungs-, Zeit- und Finanzierungsplan. ****

"Es gibt schon viel zu viele verlorene Jahre", betonte Kuntzl und wies darauf hin, dass man mit jedem verlorenen Jahr 80.000 Kindern, die pro Jahr in der Schule anfangen, die Chance auf eine angemessene Bildung nehme. "Jetzt haben sie 40 Jahre dazu gebraucht zu erkennen, dass im Bildungssystem dringender Reformbedarf besteht, und heute machen sie uns deutlich, dass sie nun in einem ähnlich langsamen Tempo Reformschritte setzen wollen", machte Kuntzl keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung über die fortdauernde "Uneinsichtigkeit" der Regierung. Die Zeit für Reformen dränge, und das nicht erst seit der letzten Pisa-Studie. Schon nach der ersten Pisa-Studie vor drei Jahren hätte man Taten setzen sollen, so Kuntzl.

Gehrers Aussagen, dass Bildungspolitik nicht mehr Geld, sondern bloß mehr Motivation bedürfe, lässt Kuntzl für die Zukunft der Bildungspolitik nichts Gutes erwarten. Das bedeute in Wirklichkeit nichts anderes, als dass die Ministerin nicht vorhabe, für mehr Geld für Bildungsmaßnahmen zu kämpfen. Gehrers Ziel sei offensichtlich nur "ein kleines Gesetzchen zu beschließen", das den Bund aus seiner Verantwortung entlasse - "nach dem Motto: Die Länder und Gemeinden sollen schauen, wie sie zu ihrem Geld kommen".

"Der Ausbau der Nachmittagsbetreuung wäre ein wichtiger Schritt, aber es geht um viel mehr als die bloße Betreuung", unterstrich Kuntzl. Die Ganztagsschule bedeute die Umsetzung eines "sinnvollen pädagogischen Konzepts", indem die Verantwortung über den Schulerfolg der Kinder nicht mehr, wie jetzt, an die Eltern abgeschoben werde, die diesen nicht selten mittels der Finanzierung von Nachhilfestunden zu gewährleisten haben. Zur Umsetzung dieses pädagogisch so wichtigen Konzepts der Ganztagsschule müsse man allerdings Geld in die Hand nehmen, so Kuntzl in Richtung Gehrer. Deutschland habe dies begriffen - und investiere vier Milliarden Euro um bis 2007 das Ganztagsschulwesen auszubauen. (Schluss) lm

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