Michael-Mitterauer-Preise für das Jahr 2004 verliehen

Wien (OTS) - Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny überreichte Dienstag, im Wiener Rathaus die Michael-Mitterauer-Preise 2004 für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte: der mit 4000 Euro dotierte Hauptpreis ging an Univ. Ass. Dr. Wolfram Aichinger für seine Arbeit "Der Antoniterorden und der Kult des hl. Antonius in der Gesellschaftsentwicklung des Mittelalters und der frühen Neuzeit" (Wien 2003); den mit 2000 Euro dotierten Förderungspreis erhielt Mag. Dr. Susanne Hehenberger für die Dissertation "Unkeusch wider die Natur. Zur Konstruktion und Verfolgung sexueller Devianz (sodomia) in Österreich ob und unter der Enns vom 16. bis ins 18. Jahrhundert" (Phil. Diss. Univ. Wien 2003).****

In seiner Begrüßung hob Kulturstadtrat Mailath-Pokorny die gesellschaftliche Bedeutung der Geisteswissenschaften hervor:
Universitas meine die Gesamtheit an Bildung. Er sei für die Förderung aller Wissenschaften und gegen die Bevorzugung einzelner Bereiche. In diesem Sinne sei der Preis auch ein Bekenntnis und eine Geste der Stadt zu den Geisteswissenschaften.

Namenspatron Michael Mitterauer, dem im Vorjahr der "Deutsche Historikerpreis" zuerkannt wurde, ging in seinen Worten auf die Wichtigkeit interdisziplinären wissenschaftlichen Arbeitens ein:
Interdisziplinarität, das fugenlose Ineinandergreifen, fordere immer ein Überschreiten; dazu braucht es ein Maß an Offenheit, das Zulassen und das Interesse an anderen, abweichenden Gedanken.

Ao. Univ.-Prof. Dr. Birgit Bolognese-Leuchtenmüller, Vorstand des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, hielt die Laudationes auf die Preisträger.

Biografie Wolfram Aichinger

Wolfram Aichinger wurde 1963 in Linz/OÖ geboren. 1984 begann er das Studium der Romanistik (Spanisch/Französisch) und Geschichte in Wien. 1992 erfolgte die Sponsion, 1998 die Promotion zum Doktor der Philosophie. Seit 1998 ist Aichinger als Lektor, seit 2004 ist er als Vertragsassistent am Institut für Romanistik der Universität Wien tätig, wo er mehrere Forschungsprojekten initiierte. Seine Forschungsschwerpunkte erstrecken sich auf literarische Geschlechterdebatten auf der Iberischen Halbinsel, Kulturgeschichte der Religion in Mittelalter und Früher Neuzeit, Geschichte der Sinne und der Sinneswahrnehmung sowie Literaturtheorie mit Schwerpunkt Tropik.

Biographie Susanne Hehenberger

Susanne Hehenberger wurde 1974 in Grieskirchen (OÖ) geboren. Von 1992 bis 1999 studierte sie Geschichte und Politikwissenschaft an den Universitäten Wien und Trier. Von 1998 bis 2001 war sie Fachtutorin für Geschichte und von 1999 bis 2003 absolvierte sie ein Doktoratsstudium für Geschichte. Seit 2002 ist Hehenberger Universitätslektorin am Institut für Geschichte. Seit 2004 ist sie Mitarbeiterin an einem interdisziplinären Projekt zur wissenschaftlichen Bestandsaufnahme der Objekte der Geistlichen Schatzkammer in Wien im Kunsthistorischen Museum; des weiteren stellt sie seit 2004 Recherchen zur strafrechtlichen Verfolgung von BlasphemikerInnen im frühneuzeitlichen Wien an.

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